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Der Ortolan
Der Südwind strich warm über den Kopf des hohen Heidbrinkes und bewegte die Zweige der Hángebirke, die voll von Blütenkátzchen und jungen Bláttern waren, hin und her.
Lüder Volkmann lag lángelangs auf dem Rücken, lehnte sich gegen den groBen Findelstein und hörte zu, wie der Ortolan in der Birke sang.
Er hielt seine Pfeife abseits und atmete den Geruch der blühenden Postbüsche, den der Wind aus dem Bruche mitbrachte, und den Juchtenduft, der aus dem Birkenlaube kam, tief ein, und ihm war, als sei er noch in den Wáldern von Kanada, wo es im April auch nach Post- und Birkenlaub roch; aber der Ortolan sang da nicht; dort, wo Volkmann getrappt und gefischt hatte, gab es keine LandstraBen.
Er stopfte sich eine neue Pfeife aus dem ledernen Ta-baksbeutel, auf dem mit Glasperlen ein Kranz von brau-nen Bibern und schwarzen Rabén gestickt war.
Eine rote Mordwespe, die über seine Hose kroch, zog seine Blicke auf seine Kleidung. „Noch vier Wochen LandstraBe und die Tippelkundenkluft ist fértig," dachte er und láchelte, denn ihm fiel ein lustiger Abend in Berlin ein. Er hatte mit einer groBen Gesellschaft in der vornehmen Weinwirtschaft zusammengesessen, die Mánner im Frack, die Frauen und Mádchen in ausge-schnittenen Kleidern, und mitten zwischen ihnen war jener sonderbare Mann in dem altén Gehrock, Peter Hille, der Dichter, und der hatte, indem er seine Au-stern aB, im Gangé der Unterhaltung zu seiner Nach barin gesagt: „Ganz wohl fühlt man sich erst, Exzellenz, wenn man gesellschaftlich nichts mehr zu verlieren hat, sagt Böcklin."
Lüder Volkmann sah sein Zeug an; er hatte es in