Bővebb ismertető
Der Schatten des Hauses wuchs in den Garten hinein, aber noch stand Sabine Miller im heifíen Licht der gleifienden Augustsonne. Angetan mit weifien Jeans und einer langármeligen blauen Lei-nenbluse, die sie vor den Dornen schützen sollte, war sie dabei, ihre Rosen zu pflegen. Über den Arm gehángt trug sie einen strohge-flochtenen Korb, in dem sich die weifien, rőten und gelben Blüten háuften. Jetzt war sie bei ihren Lieblingen, den hochstámmigen Parkrosen, angelangt, die ein kleines Rondell am Ende des Rasens bildeten.Mit Freude betrachtete sie die eben erst eröffnete Knospe einer Glória Dei, den schmalen rőten Rand um das sanfte Gelb des In-nenblattes, kampfte mit sich, ob sie eine andere, schon voll er-blühte Rose abschneiden oder ihr noch einen Tag geben sollte, ent-schied sich dann aber doch für den Schnitt, der den jungen Blüten zugute kommen würde.Sie ging weiter zu einem lachsroten Exemplar, zupfte behutsam zwei harte, verkrumpelte Aufienblátter ab, runzelte die Stirn, als sie an einer noch winzigen Knospe Blattláuse entdeckte, und be-stáubte das Ungeziefer.Sabine láchelte, als sie sich einen Kriegsrat der Blattláuse vor-stellte, bei dem die Tierchen gegen die Menschen, insbesondere gegen Gártner und gártnernde Hausfrauen, wetterten. Sie wirkte sehr jung in diesem Augenblick, so jung, dafi ihr nie-mand ihre vier Kinder und ihre neununddreifiig Jahre angesehen hatte. Das glatte blonde Haar, dessen Tönung sie mit einem Auf-heller nachzuhelfen pflegte, fiel ihr in die gebraunte Stirn, und ihre Lippen waren voll und rot. Ihre Figur war zwar nicht mehr mád-chenhaft, aber immer noch schlank genug, um attraktiv zu sein. Ihre Bewegungen waren anmutig und sicher. Ohne sich dessen be-wufit zu sein, summte sie vor sich hin. Sie genofi diese stillen Stunden im Garten, die für sie immer noch nicht alltáglich, son-dern wie ein kleines Wunder waren. Erst vor knapp drei Jahren war