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ERSTES KAPITELDabschalim und BidpaiVor vielen hundert Jahren lebte in Bagdad ein Philosoph. Er hießBahnoud bin Sahwan, nannte sich auch Ali Ben al-Shan al-Fariesy und warin allen arabischen Ländern bekannt. Die Bagdader Gelehrten fühltensich besonders zu den Tischgesprächen hingezogen, die in seinem Hausegeführt wurden, und es galt unter ihnen als ehrenvoll, zu seinen Schü-lern zu zählen.Eines Abends wurde er von einem Schüler gefragt, ob er den indischenPhilosophen Bidpai kenne.Die persönliche Bekanntschaft dieses großen Mannes habe ich zwarnie gemacht, erwiderte Bahnoud heiter lächelnd, wohl aber kenne ichseine in aller Welt berühmten Bücher. Eines davon trägt den TitelKaiila und Dimna und wurde ungefähr dreihundert Jahre vor der Zei-tenwende für König Dabschalim geschrieben. Aus welchem Grundedas geschah und warum die darin enthaltenen weisen Worte von Vögelnund Vierbeinern gesprochen werden, will ich euch gern erzählen.Auch sollt ihr erfahren, weshalb der persische König Kisra Anorschir-wän Ben Kibiz seinen Vertrauten Barzawieh al-Hakim al-Kabir nachIndien sandte, um ihm das genannte Buch zu beschaffen, und wiegeschickt Barzawieh den Mann ausfindig machte, der ihm das Buch,das im Chazain der Könige verwahrt wurde, insgeheim abschrieb.Merket auf, fuhr Bahnoud fort und sah seinen Schülern forschend insGesicht um festzustellen, wie sie seine Worte aufnahmen. Sie saßen imHalbkreis vor ihm. Einige waren zwar schon älter als er, da aber alledie Überzeugung vertraten, es sei wichtig, von der Wiege bis zumGrabe zu lernen, fanden sie sich Abend für Abend bei ihm ein, um ihm