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Vorwort lm April und Mai dieses Jahres ist nicht nur der 50. Jahrestag der Niederringung Hitlerdeutschlands und der Wiedererrichtung der Republik Österreich, sondern wir gedenken auch der Befreiung von Dachau, Mauthausen und anderer Konzentrationslager. Diese Befreiung kam ftir viele Háftlinge zu spát; nicht wenige kamen in diesen Wochen bei Evakuierungsmárschen oder auf der Flucht ums Leben. Einer der glücklich Überlebenden war der österreichische Dachauháftling und spátere Vizekanzler Ing. Rudolf Háuser. Sein nüchtern-sachlicher Bericht über die letzten Tage im Konzentrationslager Dachau, über Evakuierungsmarsch und Befreiung verdient der Öffentlichkeit bekanntgemacht zu werden. DaB Rudolf Háuser Háftling in einem hitlerdeutschen KZ wurde, war alles andere als ein Zufall. Als junger Gewerkschaftsfunktionár hatte er an der Seite Friedrich Hillegeists mit ganzem Einsatz dem Nationalsozialismus entgegengewirkt und fur Österreichs Unabhángigkeit und Demokratie gekampft. In der faschistischen "Volksgemeinschaft" war fur freie Gewerkschafter, bewufite Österreicher und Demokraten wie Rudolf Háuser kein Platz. Tod, KZ und Gefángnis war ihr Schicksal. Rudolf Háuser gehört zu jener Generation von bedeutenden Österreichern und Österreicherinnen, die, von den Erfahrungen der NS-Zeit zutiefst geprágt, Österreich nach 1945 aufbauten und dieses Land aus Not, innerer Zerrissenheit und Instabilitát zu Frieden, Wohlstand und Ansehen in dieser Welt führten. Als langjáhriger Gewerkschaftsobmann und als Sozialminister hat er einen wichtigen persönlichen Beitrag zu diesem "österreichischen Weg" geleistet.