Bővebb ismertető
Vorwort Als ich vor etwa zwei Jahren meinen altén Dada-Kameraden Tristan Tzara in Paris besuchte, gab er mir beim Abschied, sozusagen als letzte Weg-Zehrung, noch mit: VergiB nicht, daB das polemische Element im Dada stets eine groBe Rolle spielte. Das mag richtig sein, vor allém soweit es die literarische Seite von Dada betrifft. Doch ist Dada bisher zu oft und zu sehr als ein polemisch-literarischer Stil der Auflösung bestehender Formen verstanden worden. In Wirklichkeit aber ging hinter der lautstarken, literarischen Bewegung eine andere, unpolemische vor sich: eine völlige Umwálzung in der bildenden Kunst, die radikaler war als in der Literatur (wenn auch stets im Zusammenhang mit ihr). Das Leben, das wir führten, unsere Irrtümer und Heldentaten, unsere Provokationen, so polemisch und aggressiv sie auch gewesen sein mögen, blieben doch stets verbunden mit einem unermüdlichen Suchen. Was wir suchten, war eine Anti-Kunst, ein neues Denken, ein neues Fühlen, ein neues Wissen: - in einer neuen Freiheit eine neue Kunst! Um dieses Suchen, diese Freiheit zu beschreiben, die Menschen, die Dada machten, ihre táglichen Erlebnisse, ihr Zusammensein, ihre Begeisterung, ihre geistige Unabhángigkeit, ihre künstlerischen Entdeckungen, die fröhliche Verachtung der Banalitat, die Ablehnung, ja den HaB, den diese Verachtung erzeugte. . . werde ich mich nicht an die Normen akademischer Kunstgeschichtsschreibung haltén können, sondern vor allém an meine persönlichen Erinnerungen und die meiner noch lebenden Kameraden jener Zeit. Die Daten und Fakten jener Jahre, die Sprüche, Anti- und Wider-Sprüche, Kunst und Anti-Kunst-Theorien und Werke sind die Merkmale des lebendigen Dada, dieser Kunst-Rebellion gegen die Kunst. Da ich selbst in diese Rebellion verwickelt war, werde ich versuchen mitzuteilen, was und wie ich es erlebte, es hörte und mich erinnere. So hoffe ich, jener Zeit, der Kunstgeschichte und meinen toten wie lebenden Freunden gerecht zu werden.