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1016Mit Pauken und TrompetenSobald sich die Kapelle im vorgeschriebenen Rund aufgestellt und die zierlichen Füßchen der windigen Notenpulte in die schwarzen Erdritzen zwischen den großen Pflastersteinen des Platzes eingegraben hatte, stand der Kapellmeister auch schon in der Mitte seiner Musikanten, den schwarzen Taktstock aus Ebenholz mit silbernem Knauf diskret gehoben. Alle Platzkonzerte - sie fanden unter dem Balkon des Bezirkshauptmanns statt - begannen mit dem Radetz-kymarsch.So schildert Joseph Roth in seinem Roman Radetzkymarsch das...
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1016Mit Pauken und TrompetenSobald sich die Kapelle im vorgeschriebenen Rund aufgestellt und die zierlichen Füßchen der windigen Notenpulte in die schwarzen Erdritzen zwischen den großen Pflastersteinen des Platzes eingegraben hatte, stand der Kapellmeister auch schon in der Mitte seiner Musikanten, den schwarzen Taktstock aus Ebenholz mit silbernem Knauf diskret gehoben. Alle Platzkonzerte - sie fanden unter dem Balkon des Bezirkshauptmanns statt - begannen mit dem Radetz-kymarsch.So schildert Joseph Roth in seinem Roman Radetzkymarsch das große Spektakel eines Militärkonzerts. Ursprünglich eine Erfindung der Türken, gelangte die Militärmusik während des Großen Türkenkrieges ins Habsburgerreich, das den Nutzen dieser Spielerei bald erkannte.Von den Trompeten von Jericho zum ZapfenstreichGenaugenommen bezieht sich diese türkische Erfindung jedoch nur auf die moderne Entwicklung. Denn befragt man die Ethnologie, so weiß sie von frühen Spuren zu berichten. Danach liegen die Anfänge der Militärmusik im innerasiatischen Dämonenkult. Durch Musik - exakter gesagt: durch den Höllenlärm primitiver Instrumente - glaubten die Steppenvölker, böseUmseitig: Fanfarenbläser. - Zeichnung von Richard Knötel um 1880.Archiv für Kunst und GeschichteGeister vertreiben zu können. Musik als Abwehr von Urängsten. Eine weitere Funktion, die über die Jahrhunderte hin relevant blieb, war ebenfalls frühzeitig ausgebildet: Musik als Mittel psychologischer Kriegführung, etwa wenn es galt, auf Feindzügen den Gegner mit Getöse einzuschüchtern und sich den eigenen Mut anzusingen.Der älteste schriftliche Hinweis auf Militärmusik findet sich im Alten Testament (4. Mose 10): Und der Herr redete mit Moses und sprach: >Mache dir zwei Drommeten von getriebenem Silber, daß du sie brauchest, die Gemeinde zu berufen und wenn das Heer aufbrechen soll . . .< In der Geschichte von Jerichos Belagerung findet sich ebenfalls eine Anmerkung. Doch kann mit Sicherheit angenommen werden, daß die Mauern von Jericho nicht - wie es fromme Legende wissen will -durch den gewaltigen Ton der Posaunen einstürzten, sondern daß Priester als Feldmusikanten des jüdischen Heeres das Angriffssignal bliesen, worauf Krieger die Stadt stürmten.Kehren wir zurück zu den eingangs erwähnten modernen Anfängen. Im 14. Jahrhundert kamen musizierende Derwische an den Hof des Sultans Orchans und trugen ihm musikalische Gebete, sogenannte Mechter, vor. Diese Mechter-Mu-sik muß eine stimulierende Wirkung besessen haben, die der Sultan auch anderweitig einzusetzen gedachte. Was lag da näher als ein Versuch, dem Militär die Musik

Termékadatok

Cím: Damals Dez. 1981 [antikvár]
Szerző: Erika Günther , Gerhard Herm , Heinrich Gottke Jürgen Lotz
Kiadó: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 150 mm x 220 mm
Erika Günther művei
Gerhard Herm művei
Heinrich Gottke művei
Jürgen Lotz művei
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