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Savonarola
Ketzer und Märtyrer im Florenz der Medici
Am 23. Mai 1498 wurde der Dominikanermönch Girolamo Savonarola, einer der bemerkenswertesten Männer seiner Epoche, in Florenz öffentlich hingerichtet und sein Leichnam verbrannt. Von einem Teil der Zeitgenossen, den späteren Kritikern und Biographen als völlig überspannte, neurotische und verwirrte Persönlichkeit beschrieben, die »auf besessenste Weise den menschlichen Geist bedrückte«, stellen ihn andere neben die reformatorischen Vorkämpfer Thomas Becket und Johannes Hus, sehen ihn als einen Menschen, der von seiner Aufgabe überzeugt, leidenschaftlich und konsequent an die Erfüllung seiner Mission geht. Auch seine Heiligsprechung ist schon erwogen worden. - Wie man Savonarola auch sehen mag: Seine Taten und Predigten spiegeln einen Mann und zugleich auch eine Ära wider, die, von schweren inneren Konflikten gepeinigt, zwischen göttlichem Auftrag, schonungsloser Aufklärung und kirchlichem Gehorsam gespalten sind.