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GERHARD HERMGroßes Hauptquartier RuhrDer Einfluß der Rüstungsindustrie auf die deutsche Reichspolitik vor 1914Bismarcks Rücktritt im Jahr 1890 markiert den Beginn einer neuen Epoche deutscher Außenpolitik. Das Reich, erfüllt vom Bewußtsein eigener nationaler und wirtschaftlicher Stärke, versuchte, sich nach englischem Vorbild und zum Teil mit englischen Methoden Absatzmärkte für seine Waren und Einflußzonen in den Teilen der Welt zu schaffen, die man heute insgesamt die dritte nennt. Eine der treibenden Kräfte dieses Unternehmens war, wie in den anderen europäischen Ländern auch, die Schwerindustrie. Eine andere die eher liberal denkende Finanzwelt. Beider Ziele waren keineswegs identisch, ihre jeweiligen Bestrebungen zum Teil sogar gegenläufig. Das mußte zwangsläufig zu Verwirrungen führen, die sich besonders deutlich im sogenannten Bagdad-Bahn-Projekt manifestierten. 1901 hatten die Deutsche und die Dresdner Bank vom türkischen Sultan die Konzession zum Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Konstantinopel und dem Persischen Golf erhalten. Sie war von ihren Initiatoren als ein Mittel der Markterschließung gedacht, wurde aber bald von Vertretern einer massiveren Expansionspolitik als strategische Waffe beansprucht. Dieser innerdeutsche Streit nahm mit der Zeit auch außenpolitische Dimensionen an und geriet so zu einem der vielen Konfliktherde, die den Ersten Weltkrieg mit verursachten.