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VORWORTIm Herbst des Jahres 1861 übersandte nach Abschluß der darüber gepflogenen Verhandlungen der damals 37jährige Königsberger Professor Ludwig Friedlaender dem Verleger den ersten Teil des Manuskripts zum ersten Bande der Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms, im Dezember 1909, im Alter von 85 Jahren, tat er wenige Tage vor seinem Tode (16. Dezember 1909) den letzten Federstrich an der 8. Auflage, die im Frühjahr des folgenden Jahres erschien. Die dazwischen liegenden 48 Jahre hat der Verfasser ganz überwiegend erst der Fortsetzung (der dritte Band erschien zuerst Ende 1871 zu einer Zeit, als der erste Band bereits in dritter, der zweite in zweiter Auflage vorlag), dann dem inneren Ausbau dieses Werkes gewidmet; was er in diesem Zeitraum sonst noch veröffentlichte, vor allem seine erklärenden Ausgaben des Martial, der Cena Trimalchionis und Juvenals sowie eine Reihe fesselnder Essays in der Deutschen Rundschau, steht größtenteils in unmittelbarem Zusammenhange mit ihm und in seinem Dienste: so wurde das Buch so recht eigentlich zu seinem Lebenswerke und zum Träger seines wissenschaftlichen Namens über die Grenzen seines Lebens hinaus. Der Verfasser hatte sich um die Mitte der 50 er Jahre des vorigen Jahrhunderts von den homerischen Studien, welche unter dem Einflüsse seines Lehrers Karl Lehrs die erste Periode seiner wissenschaftlichen Entwicklung beherrscht hatten, einem ganz anderen Arbeitsfelde, der Kulturgeschichte der römischen Kaiserzeit, zugewandt; einen Vorläufer für seine späteren umfassenden Arbeiten auf diesem Gebiete bildete schon 1852 die viel mehr kulturhistorisch als archäologisch orientierte Untersuchung über den Kunstsinn der Römer in der Kaiserzeit, die ihn in eine Polemik mit K. Fr. Hermann verwickelte, dann lenkten die starken Eindrücke der ersten italienischen Reise (1853/54) und die Behandlung der römischen Dichter der Kaiserzeit in seinen Vorlesungen seine Interessen immer mehr nach dieser Richtung, und die Bearbeitung des Abschnittes über die römischen Schauspiele für den 4. Band des Becker-Marquardtschen Handbuches der römischen Altertümer (1856) bot ihm Gelegenheit, eine wichtige Seite des Lebens der römischen Kaiserzeit in gründlicher Forschung zu erfassen und lichtvoll darzustellen: das lockte zu weiteren Versuchen ähnlicher Art, und nachdem er in den Jahren 1857 und 1859 eine Reihe abgerundeter und lebensvoller Bilder aus der römischen Kaiserzeit in den Grenzboten veröffentlicht hatte daß in denselben Bänden der Grenzboten auch einige von Gustav Freytags Bildern aus der deutschen