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Stephen Jay Gould - Darwin nach Darwin [antikvár]

Darwin nach Darwin [antikvár]

Stephen Jay Gould

 
PROLOG »Hundert Jahre ohne Darwin sind genug«, grollte der bekannte amerikanische Genetiker H. J. Muller im Jahre 1959. Die Bemerkung überraschte viele Zuhörer als eine Art, das hundertjährige Jubiläum der Entstehung der Arten zu feiern, die nichts Gutes ahnen ließ, aber niemand konnte die Wahrheit bestreiten, die sich in dieser frustrierten Feststellung ausdrückte. Warum war Darwin so schwer zu begreifen? Innerhalb eines Jahrzehnts hatte er die denkende Welt davon überzeugt, daß so etwas wie Evolution stattgefunden hat, aber...
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PROLOG »Hundert Jahre ohne Darwin sind genug«, grollte der bekannte amerikanische Genetiker H. J. Muller im Jahre 1959. Die Bemerkung überraschte viele Zuhörer als eine Art, das hundertjährige Jubiläum der Entstehung der Arten zu feiern, die nichts Gutes ahnen ließ, aber niemand konnte die Wahrheit bestreiten, die sich in dieser frustrierten Feststellung ausdrückte. Warum war Darwin so schwer zu begreifen? Innerhalb eines Jahrzehnts hatte er die denkende Welt davon überzeugt, daß so etwas wie Evolution stattgefunden hat, aber seine eigene Theorie der natürlichen Auslese wurde zu seinen Lebzeiten nicht besonders populär. Sie gewann erst in den 1940er Jahren einen gewissen Vorrang, wird aber noch heute, obwohl sie das Mark unserer Evolutionstheorie ausmacht, weithin mißverstanden, mißzitiert und mißbraucht. Die Schwierigkeit kann nicht in einer besonders komplexen logischen Struktur liegen, denn die Grundlage für die natürliche Auslese ist die Einfachheit selbst - zwei unbestreitbare Tatsachen und eine unausweichliche Schlußfolgerung: 1. Organismen variieren, und diese Variationen werden (zumindest teilweise) auf ihre Nachkommen vererbt. 2. Organismen bringen mehr Nachkommen hervor, als überleben können. 3. Im Durchschnitt werden jene Nachkommen überleben und sich vermehren, die in jener Richtung variiert haben, die von der Umwelt am stärksten begünstigt wird. Durch natürliche Auslese also werden diese günstigen Variationen in den Populationen gehäuft auftreten. Diese drei Behauptungen stellen sicher, daß die natürliche Auslese funktioniert, aber sie garantieren (allein für sich) ihr nicht die grundlegende Rolle, die Darwin ihr zuschrieb. Das Wesen von Darwins Theorie liegt in seiner Ansicht, daß die natürliche Auslese die schöpferische Kraft der Evolution ist - nicht nur der Henker des Untauglichen. Die natürliche Auslese muß auch den Tauglichen konstruieren; sie muß die Anpassung stufenweise aufbauen, indem sie Generation für Generation den günstigen Teil eines Zufallsspektrums von Variationen bewahrt. Wenn die natürliche Auslese schöpferisch ist, muß die erste Behauptung über die Variation durch zwei zusätzliche Bestimmungen erweitert werden. Zunächst muß die Variation zufällig sein oder zumindest nicht vor-

Termékadatok

Cím: Darwin nach Darwin [antikvár]
Szerző: Stephen Jay Gould
Kiadó: Verlag Ullstein GmbH
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3548352073
Méret: 120 mm x 180 mm
Stephen Jay Gould művei
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