Bővebb ismertető
Vorwort.
Den Plan, eine zusammenfassende Darstellung der Klinik und Therapie der akuten, lebensbedrohlichen Erkrankungen des Abdomens zu schreiben, faßte ich vor vielen Jahren, als ich als junger Oberarzt einer großen chirurgischen Abteilung den Mangel eines derartigen Buches oft bitter empfand. Ohne größere eigene Erfahrung war ich häufig vor die Aufgabe gestellt, bei mit akuten abdominalen Erscheinungen eingelieferten Kranken die Ursache des bedrohlichen Krankheitsbildes aufzudecken, den notwendigen dringlichen Eingriif durchzuführen oder eine unnötige Laparotomie zu unterlassen. Bei solchen schwerwiegenden Entscheidungen drängte sich mir damals in der Not erdrückender Verantwortung immer wieder der Wunsch nach einem solchen Ratgeber auf. Wegen der Dringlichkeit des Handelns besteht bei diesen Erkrankungen nicht immer die Möglichkeit, den Rat von Erfahrenen einzuholen, die verschiedenen fachärztlichen Untersuchungen oder das Ergebnis langwieriger Laboratoriumsmethoden abzuwarten. Es gilt rasch zu handeln und Entschlüsse zu fassen, die über Leben oder Tod des Kranken bestimmen. Ein nicht geringer Teil dieser Entscheidungen ist in der Nacht zu treffen, da viele dieser Erkrankungen mit Vorliebe nachts plötzlich mit ungestümer Heftigkeit einsetzen und sofortige ärztliche Hilfe nötig machen. Welcher Chirurg könnte sich nicht der schweren Sorgen erinnern, welche ihm solche Kranke in kummervollen Nächten bereiteten.
Die im Laufe der Jahre immer wiederkehrende Erfahrung, daß Menschen, nur zu oft in der Blüte ihrer Jugend oder in voller Schaffenskraft, an einer akuten Baucherkrankung nur aus dem Grunde sterben müssen, weil das Leiden nicht rechtzeitig erkannt wurde, ließ die Ausführung meines Planes immer dringlicher erscheinen. Dieses Buch will daher in erster Linie ein Ratgeber für den jungen Chirurgen sein. Es ist darüber hinaus aber auch für den Studierenden der Medizin und für jeden in der Praxis stehenden Arzt bestimmt, um diesen mit den so häufig vorkommenden akuten, lebensbedrohlichen Baucherkrankungen vertraut zu machen, ihm aus diagnostischen Schwierigkeiten zu helfen und Richtlinien für das nötige therapeutische Handeln zu geben. Hauptsächlich auf eigenen Erfahrungen beruhend, mußte die Darstellung zum Großteil subjektiv sein, doch wurde versucht, den im Schrifttum niedergelegten Erfahrungen Anderer gerecht zu werden.