Bővebb ismertető
In den vorausgehenden Bánden dieses Jahrbuchs ist die Lage der archáologischen Denkmalpflege grau in grau gezeichnet worden. Zu Recht, denn die unzureichende personelle und finanzielle Ausstattung lieB einen ordnungsgemáBen Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes kaum noch zu. 1984 hat sich die Situation erstmals wieder spürbar gebessert, und 1985 brachte einen weiteren nachhaltigen Aufschwung: In beiden Jahren wurde der Etat jeweils um eine Millión DM aufgestockt, so daB es nun möglich ist, mit der Aufarbeitung von Rückstánden auf den Gebieten des Ausgrabungs-, Inventarisations- und Publikationswesens zu beginnen. Den beiden Landtagsfraktionen und den Mitgliedern des kulturpolitischen und des Haushaltsausschusses sei dafür ebenso gedankt wie dem Bayerischen Landesdenkmalrat und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Sollten Bemühungen Erfolg habén, die Haushaltsmittel 1986 nochmals kráftig anzuheben und den Personalausbau fortzusetzen, so hátte die bayerische Bodendenkmalpflege endlich den Durchbruch zu ertráglicheren Arbeitsbedingungen erreicht. Sie könnte Aufgaben in Angriff nehmen, die sich bisher aus Mangel an Mitteln nicht durchführen lieBen: Einerseits geht es um die vorbeugenden Untersuchungen von archáologischen Fundplátzen, die in landwirtschaftlichen Nutzfláchen oder in erosionsgefáhrdeten Gebieten liegen, andererseits muB sogenannten Feuchtbodensiedlungen künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zu einem in seiner Tragweite erst allmáhlich beurteilbaren Problem hat sich die durch tiefgreifende Veránderungen der Agrarstruktur verursachte Bodenerosion entwickelt, die vor allém die fruchtbarsten Gegenden Bayerns, d. h. uraltes Siedlungsland, betrifft. Auf Fláchen, die Tausende von Quadratkilometern umfassen, tragen Wind und Regen von ungenügend gesicherten Áckern die Humusdecken ab und legen die Denkmáler der Vor- und Frühgeschichte frei, deren Zerstörung durch Auswittern oder durch den Pflug dann nur noch eine Frage der Zeit ist. Wie schutzlos heute die vom Menschen einst geschaffenen Kulturlandschaften den Unbilden des Wetters ausgesetzt sind, zeigt sich besonders deutlich an den Scháden, die starke Regenfálle anrichten: In hügeligem Gelánde vermögen sie in kürzester Frist bis zu 25 Tonnen Erdreich pro Hektár abzuschwemmen, bei einer jáhrlichen Humusneubildung von weniger als 1,5 Tonnen pro Hektár. Auf viele kleine und groBe Eingriffe des Menschen in die Natúr, die in der Summe zu nachhaltigen Störungen des ökologischen Gleichgewichts führten, geht aber nicht nur die Bodenerosion, sondern auch der sich nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigende Schwund an Feuchtgebieten zurück, die Reservate neolithischer und áltermetallzeitlicher Pfahlbausiedlungen sind. Reich an Seen und Mooren, müBte das südliche Bayern entsprechenden Niederlassungen eine groBe Zahl von Standorten geboten habén. Trotzdem kennen wir nur einige wenige, wesentlich weniger jedenfalls als aus dem württembergischen Oberschwaben oder dem oberösterreichischen Salzkammergut, die sich von Südbayern geologisch und naturráumlich kaum unterscheiden und als klassische Pfahlbauprovin-