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Prof. Dr. Horst Füller - Das Bild der modernen Biologie [antikvár]

Das Bild der modernen Biologie [antikvár]

Prof. Dr. Horst Füller

 
Der Weg zur modernen Biologie Die ersten Anfänge der Beschäftigung des Menschen mit Tier und Pflanze verlieren sich im Dunkel der Urgeschichte. Über Jahrhunderttausende wurde bei den Frühformen des Menschen das Interesse an den Lebewesen durch praktische Belange zur Sicherung des Lebensunterhalts hiestimmt. Tier und Pflanze lieferten ihm Nahrung, Kleidung, Werkzeuge. Die Kenntnis ihrer Lebensweise, ihres Vorkommens und mancher anderer Eigenschaften mußte von unschätzbarem Vorteil für die Erlangung der Beute und deren Nutzung...
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Der Weg zur modernen Biologie Die ersten Anfänge der Beschäftigung des Menschen mit Tier und Pflanze verlieren sich im Dunkel der Urgeschichte. Über Jahrhunderttausende wurde bei den Frühformen des Menschen das Interesse an den Lebewesen durch praktische Belange zur Sicherung des Lebensunterhalts hiestimmt. Tier und Pflanze lieferten ihm Nahrung, Kleidung, Werkzeuge. Die Kenntnis ihrer Lebensweise, ihres Vorkommens und mancher anderer Eigenschaften mußte von unschätzbarem Vorteil für die Erlangung der Beute und deren Nutzung sein. Sobald der Mensch jedoch t)egarm, ühier sich und seine Umwelt nachzudenken, wurde er von jener Faszination erfaßt, die vom Lebendigen ausgeht und bis heute für viele ein Anlaß zu tiefergehender Beschäftigung mit Tier und Pflanze ist. Erste Zeugnisse dieser Ergriffenheit des Menschen von seiner belebten Umwelt sind die Tierdarstellungen der jungpaläolithischen Eiszeitkunst, deren Anfänge über 30000 Jahre zurückverfolgt werden können. Man mag darüber streiten, welche Bedeutung diese großartigen Höhlenmalereien der Eiszeit für ihre Schöpfer gehabt haben. Unbestritten bleibt, daß die Künstler über eine hervorragende Kenntiüs der von ihnen abgebildeten Jagdtiere verfügten. Als vor etwa 11000 Jahren in Vorderasien die Menschen von ifirer bisherigen Lebensweise als Jäger und Sammler dazu übergingen, Haustiere zu halten und Ackerbau zu treiben, bedeutete das nicht nur eine revolutionäre Umgestaltung der Lebensbedingungen. Es entwickelte sich zugleich ein neues Verhältnis zum Tier und zur Pflanze. Tierhaltung und Pflanzenbau erforderten eine tiefergehende Kenntnis der Lebens- gewohnheiten und Existenzbedingungen jener Arten, die nun in der unmittelbaren Umwelt des Menschen gehalten wurden. Mit der Züchtung von Haustieren und Kulturpflanzen, die gegenüber den WUdformen im menschlichen Interesse veränderte Eigenschaften aufweisen, trieb der Mensch erstmals angewandte Genetik — und das Jahrtausende vor der Begründung einer Wissenschaft vom Leben. Es wäre gewiß verfehlt, wenn man für die folgenden Jahrtausende des Altertums das Interesse des Menschen an Tier und Pflanze nur unter dem Gesichtspunkt ihrer praktischen Nutzung für den menschlichen Lebensunterhalt sehen würde. Zahllose Kunstwerke der alten Hochkulturen belegen das Gegenteil. Es kann hier nicht auf die in den alten Hochkulturen verbreitete kultische Bedeutung von Tieren und Pflanzen eingegangen werden. Hervorgehoben sei jedoch die Naturnähe zahlreicher ihrer Tierund Pflanzendarstellungen. Besondere Erwähnung verdienen jene zeihl-losen Tierplastiken und Tierbüdnisse mit großer realistischer Darstellungstreue, die frühzeitig in der ägyptischen Kunst aufkamen. Der in unserer Abbildung wiedergegebene Gänsefries aus dem Grabmal des Baumeisters Nefermaat in Medum belegt nicht nur, daß der vor 4700Jahren lebende Künstler über eine ausgezeichnete Kenntnis der abgebüdeten Vögel verfügte, sondern bringt auch dem heutigen Omithologen eine interessante Erkermtnis. Die in der Wandmalerei dargestellte Rothalsgans muß damals bis nach Ägypten gewandert sein, während sie heute aus üirem Brutgebiet in den nordasiatischen Tundren zur Überwinterung an das Südufer des Kaspischen

Termékadatok

Cím: Das Bild der modernen Biologie [antikvár]
Szerző: Prof. Dr. Horst Füller
Kiadó: Urania-Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 170 mm x 240 mm
Prof. Dr. Horst Füller művei
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