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Bewegungen und Kräfte
I. Eine Wissenschaft für Optimisten
Moderne Physik - Inbegriff einer Wissenschaft voller schwieriger und umstrittener Probleme und von solch gewaltigem Umfang, daß sie selbst in Teilausschnitten vom Fachexperten kaum noch zu übersehen ist! Von Tag zu Tag wächst die Flut neuer Fakten und Erkenntnisse. Ist es nicht ein hoffnungsloses Beginnen, hier noch einen Gesamtüberblick erhalten, sich ein einigermaßen vollständiges Bild von dem bis heute Erreichten machen zu wollen? Voll Bewunderung und fasziniert nehmen wir gelegentlich Kenntnis von dieser oder jener neuen Entdek-kung, sind aber zugleich ein wenig verzagt in dem Gefühl, nirgends so recht mitreden zu können und aus einer Welt ausgeschlossen zu werden, die nur noch Fachleuten vorbehalten zu sein scheint.
Hinzu kommt noch die immer stärker gewordene Mathematisierung der Physik. Ohne den komplizierten mathematischen Apparat zu beherrschen, der gewissermaßen zur Sprache der Physiker geworden ist, scheint es dem Laien von vornherein verwehrt zu sein, in die eigentlichen Probleme der Physik einzudringen.
Und dennoch besteht kein Grund zur Resignation. Auch Physiker sind Menschen. Ehe sie an die mathematische Formulierung eines Problems herangehen, tragen sie ihre Gedanken in
Vorstellungen und Bildern mit sich herum. Ohne diese lebendige Vorstellungskraft und Bild-haftigkeit des Denkens wäre jede Deutung oder gar praktisches experimentelles Forschen völlig unmöglich. Nicht das beschriebene Papier, sondern die bewegte Natur ist und bleibt der eigentliche Gegenstand aller Physik. Der bisherige Weg und Aufstieg der Physik berechtigen immer mehr zu dem Schluß, daß es keine Zusammenhänge gibt, die grundsätzlich unzugänglich und geheimnisvoll bleiben müßten. Mit jeder neuen Entdeckung findet es sich bestätigt: Die Welt ist erkennbar!
Die feste Überzeugung, daß dem so ist, hat seit jeher die Physiker mit der Begeisterung und dem frohen Optimismus erfüllt, der ihre so fruchtbare Arbeit vorwärtstrieb. Damit ist die Physik nicht nur zur exakten Grundlage vieler anderer Wissenschaften geworden, auch sie selbst befindet sich in einem fortgesetzten Prozeß der Umgestaltung, indem sie sich ständig von innen heraus erneuert und verjüngt. Hiermit ist nicht nur die Erweiterung unserer Kenntnisse und experimentellen Möglichkeiten gemeint. Es ist vielmehr ein durchgreifender Wandel der Anschauungsformen und Denkmethoden eingetreten, mit dem wir uns gründlich zu befassen haben. Niemand anders als die
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