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Die Glastür und die beiden Fenster des Frisörsalonsstanden sperrangelweit offen, und doch war es in demRaum schwül. Es roch nach Seife, Puder und Eau deCologne. Außer fünf Kunden, die soeben bedient wur-den, warteten noch einige Leute, bis sie an der Reihewaren. Die Ortsbewohner mußten oft lange warten:Die Okkupanten - Offiziere und Soldaten - wurdenbevorzugt bedient. Das stand auf einem Schild amEingang. An den Wänden hingen Bekanntmachungenin deutscher und russischer Sprache. Auf jeder hobsich das Wort Verboten! ab. Es waren Befehle undAnordnungen des Stadtkommandanten.Unter den Frisören fiel ein verhältnismäßig junger,leicht hinkender Mann mit rotem Haarschopf undgrauen, verschmitzten Augen auf. Er arbeitete flottund sauber. Alle wollten von ihm bedient werden. Ste-fan Sabolotni war in dem Städtchen geboren und hatteimmer hier gelebt. Der frühe Tod des Vaters und dieKrankheit der Mutter hatten ihn gezwungen, mit fünf-zehn Jahren in die Lehre zu einem Frisör zu gehen. Erhatte sein Handwerk gut gelernt. Vielleicht hätte Ste-fan seinen jetzigen Beruf doch noch gewechselt und zustudieren begonnen, aber das verhinderte der finnischeKrieg: Sabolotni kehrte aus dem Lazarett mit einemverkürzten Bein zurück.Bald nach dem faschistischen Überfall wurde das ru-