EINLEITUNG mtH
Es ist eine der Eigentümlichkeiten, die sich in der Wagner-Forschung ergeben haben, daß Wagners Tagebuch aus den Jahren 1865 bis 1882, wegen seines braunen Ledereinbandes von ihm benannt, bisher nicht als Ganzes und vollständig veröffentlicht worden ist. Es gibt nur Teilabdrucke, die in verschiedenen, entweder schwer zugänglichen oder heute vergriffenen Publikationen enthalten sind. Man kann dieses Braune Buch - von seinem Anfang abgesehen - eigentlich nicht als Tagebuch bezeichnen, weil es auch Entvrärfe von...
EINLEITUNG mtH
Es ist eine der Eigentümlichkeiten, die sich in der Wagner-Forschung ergeben haben, daß Wagners Tagebuch aus den Jahren 1865 bis 1882, wegen seines braunen Ledereinbandes von ihm benannt, bisher nicht als Ganzes und vollständig veröffentlicht worden ist. Es gibt nur Teilabdrucke, die in verschiedenen, entweder schwer zugänglichen oder heute vergriffenen Publikationen enthalten sind. Man kann dieses Braune Buch - von seinem Anfang abgesehen - eigentlich nicht als Tagebuch bezeichnen, weil es auch Entvrärfe von Dichtungen, Niederschriften von Aufsätzen und Gedichten sowie Gedanken zu geplanten Arbeiten enthält. Dennoch bildet es ein Ganzes, was sich schon daraus ergibt, daß es Wagner trotz großer Unterbrechungen^ während siebzehn Jahren bis ein Jahr vor seinem Tode immer wieder in Gebrauch genommen hat. Dieses Buch stellte für Wagner etwas Besonderes dar. Das verpflichtet dazu, es in geschlossener Form vorzulegen, zumal nahezu die Hälfte seines Inhalts noch unveröffentlicht ist.
zur geschichte des braunen buches
Die Geschichte des Braunen Buches schließt an das intime Geschehen zwischen Wagner und Cosima von Bülow an, wie es sich seit Wagners Niederlassung in München ab Mitte des Jahres 1864 entwickelt hatte. Das Nähere hierüber wird in dem Kommentar vor der ersten Eintragung Wagners auf Seite 25 mitgeteilt. Da es die Umstände nicht zuließen, daß sich Wagner und Cosima ständig ungestört sehen und sprechen konnten, schenkte Cosima von Bülow Wagner ein Tagebuch, eben das Braune Buch, in dem er alles niederschreiben sollte, was ihn im Gedenken an sie erfüllte und bewegte, damit sie es später lesen könne. Der Zeitpunkt dieser Schenkung läßt sich nicht genau feststellen. Vermutlich lag er vor der ersten Trennung, von der die beiden Menschen betroffen wurden, als Cosima am B.August 1865 mit ihrem Ehemann Hans von Bülow eine Reise nach Ungarn antreten mußte.
1 Die Gründe für die Unterbrechungen werden an den jeweiligen Stellen in den Kommentaren mitgeteilt.
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