Bővebb ismertető
Es war in Wien an einem Sonntag im Frühling 1939. Das Wetter war regnerisch und das Kunsthistorische Museum war nicht zuletzt infolgedessen von Besuchern überfüllt. Die klassischen Meisterwerke der europáischen Maierei hingen zur Schau vor Gleichgültigkeit, Neugierde und echtem Interesse, vor Unwissenheit und Kennerschaft, vor dumpfem Staunen und bewundernder Liebe. Die groBen Italiener zwangen herrscherhaft zum Stillestehn ebenso wie Rubens und van Dyck, wie Rembrandt oder Velasquez. Albrecht Dürer sammelte Andáchtige zur Vertiefung um seine Gemalde, die Bildnisse Hans Holbeins wurden aufmerksam geehrt, die Feinheiten der altén Hollánder dankbar genossen. In einem Raum aber staute sich der Strom der Betrachtenden, entstand Gedránge und Gespanntheit, weil hier nicht nur einige, sondern alle festgehalten schienen. Es waren die 14 Gemalde des Vlamen Pieter Bruegel, die eine Teilnahme erregten, wie sie so lebhaft und allgemein an keiner zweiten Stelle des Museums zu beobachten war. Worauf beruhte die starke Anziehungskraft gerade dieser Bilder, von denen die meisten docli kleinfigurig und deshalb mühsam zu betrachten, nicht wenige auch altertümlich und seltsam waren? GewiB, sie hingen als lange Reihe an den Wánden wie die aufgeschlagenen Seiten eines buntgemalten Buchs, wo ungeheuer viel und sehr nachdrücklich erzáhlt wurde. Diese Erzáblungen waren den besten geschriebenen des Jahrhunderts, des saítvollen i6.? an eindrucksvollen Einzelheiten, an Lebensfülle und Lebenskraft zum mindesten ebenbürtig, aber Cellini oder Rabelais oder die Zimmernsche Chronik werden doch nur von wenigen Heutigen gelesen, wáhrend die Gemalde des Bauernbruegel eben auf alle zu wirken und den Menschen unserer Zeit mehr zu bedeuten schienen als sonst irgendwelche der anderen altén Meister. Bruegels erster Biograph, sein jüngerer Zeitgenosse Carel van Mander, dem wir fast alles von dem wenigen verdanken, was wir von dem gegen 1530 geborenen, 1551 Meister gewordenen, 1553 in Rom nachweisbaren, wahrscheinlich 1563 von Antwerpen nach Brüssel übergesiedelten und 1569 daselbst verstorbenen Künstler wissen; dieser Hollánder berichtet von den Werken Pieter des Drolligen", daB nur wenige von ihnen ohne Lachen angesehen werden könnten - den Menschen des 20. Jahrhunderts schien es aber nicht eigentlich darum zu tun, sie erkannten wohl den Humoristen im Maler des 16., nahmen