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Lina Loos - Ein Leben ohne Ornament von Adolf Opel Am 14. August 1904 wurde im Neuen Wiener Tagblatt der Brief einer Dame an ihren Gatten veröffentlicht, in dem - ein also schon damals höchst aktuelles Thema! - anláElich des Fállens eines historischen Baumes irgendwo in England mit jenen allzeit bereiten Kulturvandalen abgerechnet wird, die (aus oft recht handfesten Motiven) einer Renovierungs- und Verschönerungs-Sucht frönen, die Steinquader wie Ziegel anmalen oder Ziegel wie Marmor - die also allén Dingen, die einer festen, sicheren Kultur entspriefien ... den Stempel unserer unsicheren Parvenuezeit daraufdrücken. Der Adressat dieser leidenschaftlichen Polemik ganz im Loosschen Sinne war Adolf Loos, der zeitlebens für Materialechtheit und gegen das überflüssige Ornament aufgetreten war und der diesen Brief seiner jungen Frau der Offentlichkeit nicht vorenthalten wollte. Es war dies - von ihr selbst vielleicht gar nicht geplant - das schriftstellerische Debüt von Karoline Loos, die im Laufe der folgenden Jahre als Lina Loos so etwas wie eine Wiener Institution werden sollte, obwohl sie nie wie etwa Berta Zuckerkandl oder Alma Mahler-Werfel (mit denen sie heute manchmal von mit den Tatsachen nicht vertrauten Publizisten in einem Atem genannt wird) - einen eigenen Salon geführt hatte. Dies wáre ihr schon aus pekuniáren Gründen kaum je möglich gewesen. Eine Wiener Institution waren bereits Linas Eltern Carl und Caroline Obertimpfler, die seit 1897 das Café Casa Piccola in der MariahilferstraíSe (heute ein Schuhgescháft) geführt und zu einem beliebten Treffpunkt für Künstler und