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Das dicke Schrader Buch [antikvár]

Das dicke Schrader Buch [antikvár]

 
Nachwort »Humor zu haben ist eine Gnade - Humor zu machen dagegen ist Schwerstarbeit!« Dies ist ein Ausspruch, der sich der gequälten Seele des Karl Schräder entrang, als ich ihn kürzlich heimsuchte, um ihn zu überzeugen, daß ich um keinen Preis bereit sei, für dieses Buch ein Nachwort zu schreiben. Er nahm mein Anliegen überhaupt nicht zur Kenntnis, sondern erging sich, unterstützt von illustrierenden Gesten, in der Schilderung seines grauenerregenden Loses, das ihn dazu ausersehen hat, ein Karikaturist zu sein. Stampfenden...
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Nachwort »Humor zu haben ist eine Gnade - Humor zu machen dagegen ist Schwerstarbeit!« Dies ist ein Ausspruch, der sich der gequälten Seele des Karl Schräder entrang, als ich ihn kürzlich heimsuchte, um ihn zu überzeugen, daß ich um keinen Preis bereit sei, für dieses Buch ein Nachwort zu schreiben. Er nahm mein Anliegen überhaupt nicht zur Kenntnis, sondern erging sich, unterstützt von illustrierenden Gesten, in der Schilderung seines grauenerregenden Loses, das ihn dazu ausersehen hat, ein Karikaturist zu sein. Stampfenden Schrittes durchmaß er sein Atelier und überließ sich teils seinem Grimm, teils seinem Gram, immer wieder mit tragischer Gebärde auf sein großes Zeichenbrett weisend, auf welchem leer und weiß ein Bogen Zeichenpapier geheftet war, bereit, des Meisters neuesten Einfall festzuhalten. Indes, der Meister verfügte über einen solchen mitnichten, und so fuhr er fort, mir die Schattenseiten seiner Profession vor Augen zu führen, nicht beachtend, daß ich natürlich schon längst und hinreichend selbst Gelegenheit hatte, diesen Jammer zu erfahren. Doch lauschte ich geduldig seinen A usführungen und gab ihm durch saudumme Fragen Gelegenheit, sich gänzlich zu enthüllen. »Ein ewiger Ringkampf mit der leeren Fläche ist das!« knurrte er und griff wütend nach der Kaffeemühle. Ersetzte sich zu mir, bereitete einen Mokka für stehende Löffel und kehrte demonstrativ dem leeren Zeichenbogen seine Kehrseite zu. Von dem weiteren Verlauf des Gespräches ist mir noch folgendes in Erinnerung: »Humor ist ein zartes Iflänzchen, das man sehr pfleglich behandeln sollte. Aber es - das Iflänzchen - wird häufig als etwas ganz und gar Selbstverständliches hingenommen, ja mit Mißachtung sogar begegnet man ihm!« Weiterhin wünschte er, die Menschen sollten lernen, ganz allmählich natürlich, über sich selbst zu lachen, denn, verdammt noch mal, sie nehmen sich zu ernst. »So ist es!« sagte ich und hatte augenblicklich meinen Goethe parat, um der Sache das Niveau zu geben, das ihr zustand: »Wer sich nicht selbst zum besten haben kann, der ist gewiß nicht von den besten.« Es herrschte also volle Übereinstimmung zwischen uns, so daß wir uns alsbald einem anderen Themenkreis zuwenden konnten. Und so benutzten wir denn die nächsten zwei Stunden dazu, uns mit außerordentlichem Genuß dem einschlägigen Klatsch und Tratsch, den unsere Zunft zu bieten hat, hinzugeben. Das leere Zeichenblatt grinste indessen geduldig zu uns herüber, fest überzeugt, daß die kommenden Nachtstunden wie immer so auch heute beweisen würden, daß sie nicht nur zum »faire Tamour«, sondern auch zum »faire l'humour« ganz ausgezeichnet geeignet sind. So wie das eine - einem Ondit zufolge - durchaus Schwerstarbeit zu sein in der Lage ist, so ist es

Termékadatok

Cím: Das dicke Schrader Buch [antikvár]
Kiadó: Eulenspiegel Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 200 mm x 290 mm
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