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VORWORT
In der »Geschichtlichen Einleitung« zu dem im Jahre 1887 herausgegebenen ersten wissenschaftlichen Katalog der Dresdener Gemäldegalerie schrieb ihr damaliger Direktor Karl Woermann:
»Die Geschichte der Dresdener Galerie läßt sich für unser heutiges Auge daher in drei deutlich unterschiedene Zeitabschnitte einteilen, deren erster, welcher eigentlich nur ihre Vorgeschichte enthält, das sechzehnte und siebzehnte, deren zweiter das achtzehnte und deren dritter das neunzehnte Jahrhundert umfaßt.«1
Seitdem Woermann diese Zeilen schrieb, hat sich die Welt gründlich verändert. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts haben von den Völkern unsagbare Opfer an Blut und Gut gefordert und wertvolle Kulturschätze vernichtet. Die Welt von 1960 ist eine ganz andere als die Welt von 1887. In Deutschland brach am Ende des ersten Weltkrieges die Hohenzollern-Monarchie zusammen, und die Throne der deutschen Fürsten stürzten. Nach dem kurzen Zwischenspiel der Weimarer Republik führten die Faschisten Deutschland in die Katastrophe des zweiten Weltkrieges.
Diese Geschehnisse sind natürlich nicht ohne Einfluß auf die weitere Entwicklung der Dresdener Gemäldegalerie geblieben. Ihre Geschichte in den Jahren seit dem Erscheinen des wissenschaftlichen Kataloges von Karl Woermann kann man wiederum in drei deutlich unterschiedene Zeitabschnitte einteilen. Der erste umfaßt das erste Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts. Zur zweiten Periode der neueren Geschichte der Gemäldegalerie gehört ihr Schicksal unter der faschistischen Diktatur und ihre Gefährdung im zweiten Weltkrieg. Auf dieses traurigste Kapitel in der Geschichte der Dresdener Galerie folgt dann deren Rettung vor der
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