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VORWORT
Den Mut, die folgenden drei Arbeiten unter einem gemeinsamen Titel und verbessert nochmals vorzulegen, findet der Verfasser in der Wichtigkeit des behandelten Themas. Das Ganze ist eine Fortsetzung des Themas, das er schon in dem Aufsatz: „Der Einzelne in der Kirche" (Stimmen der Zeit 139 [1946] 260 bis 276 = Gefahren im heutigen Katholizismus [Einsiedeln ®1955] 11 bis 38) aufgegriffen hatte. Schon dieser Aufsatz beruhte auf der Überzeugung, daß eine Verwerfung einer falschen „Situationsethik" (die schon in dem Aufsatz des Verf. in: Wort und Wahrheit 4 [1949] 71-734 = Stimmen der Zeit 145 [1950] 329-342 und in den drei Auflagen der „Gefahren im heutigen Katholizismus" abgelehnt wurde) nur dann eine ganze Berechtigung und Hoffnung auf Gehör hat, wenn man selber hört, indem man redet, lernt, indem man kritisiert, und reicher wird, indem man ablehnt. Wenn die Situationsethik eine so ernsthafte Bedrohung der christlichen Gesinnung ist, daß das kirchliche Lehramt sich feierlich dazu äußern mußte, dann hat der katholische Theologe nicht nur die Pflicht, in dieses Verdikt der Kirche einzustimmen, sondern auch die andere, seine eigene Position neu zu durchdenken. Das aber bedeutet eben in diesem Fall, daß der einzelne als solcher, seine Stellung in der Kirche und die Erkenntnis der einzelnen Berufung neu zum Thema werden müssen. Und wenn es auch nur in einer — Quaestio dispu-tata ist. — Dem Echter-Verlag in Würzburg ist der Verfasser Dank schuldig für die bereitwillige Erlaubnis, einen der drei hier vereinigten Aufsätze nochmals zu veröffentlichen.
Innsbruck, Mai 1958 Karl Rahner SJ