Bővebb ismertető
VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE
Dieses Buch ist kein politisches Buch. Die Dokumente, die es zusammenfaßt, sind ausnahmslos Zeugnisse menschlichen Wahnsinnes und Sinnes aus dem ungeheuerlichen Endstadium des deutchen Großreiches unter Hitler. Die Ereignisse, die es spiegelt, haben sich zwischen Januar und Mai 194J zugetragen - bei uns, mit uns und durch uns. Man braucht von Politik gar nichts zu verstehen, um diese Dokumente zu verstehen. Wenn man den Kritiken und Briefen glauben darf, die zu dieser Sammlung nach ihrem Erscheinen geschrieben wurden, dann haben die meisten Leser dieselbe Erfahrung gemacht: Nachdem sie angefangen hatten zu lesen, vermochten sie nicht mehr aufzuhören, und viele wendeten eine schlaflose Nacht daran und lasen mit einer Spannung, die sonst eigentlich nur die Wirkung von Kriminalromanen ist. Wenn also der Inhalt dieses Buches nicht eigentlich politisdier Art ist, so dürfen wir dodi darin, daß es ohne Aufhebens und Propaganda weiterwirkt, ein höchst begrüßenswertes Politikum sehen.
In all der Gedankenlosigkeit, die wir bemerken, entgegen der so vielfach anzutreffenden bewußten Weigerung, das Heute mit dem Gestern zu verbinden, gibt es offenbar gar nicht wenige Deutsdie, die den Blick zurück nicht scheuen und unumstößliche Tatsachen aus der eigenen Vergangenheit zur Kenntnis nehmen wollen, wenn sie ihnen so einfach und unentstellt dargeboten werden, wie es hier gesdiieht. Das Buch kommentiert nidit, es gibt wieder.
Wir wollen audi die zweite Auflage nidit hinausgehen lassen, ohne den im Literaturverzeichnis am Sdiluß des Bandes genannten Verlagen für die Erlaubnis zu danken, aus bei ihnen erschie-nenen Werken zu zitieren.
Die Ereignisse, Zustände und Stimmungen, mit denen die Hitlerherrschaft im Jahre 1945 untergegangen ist, sind bis jetzt nodi nicht zum Gegenstand einer, diese ganz erschütternde Zeit umfassenden Aussage gemacht worden. Obwohl inzwisdien zehn Jahre vergangen sind, haben wir noch nicht den nötigen Abstand, dessen sowohl der Historiker wie der Dichter zu gültiger Darstellung der Vergangenheit bedarf.