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Nora sah Federn in allen Brauntönen, von der zarten Farbe einer Eierschale bis zur schwarz wirkenden eines frisch gepflügten Ackers; weiche, warme, große Federfächer, langsam und sacht sich bewegend, ineinander, übereinander, hintereinander, wie von einem geheimen Mechanismus gesteuert, Geborgenheit, Schutz und paradiesisches Wohlgefühl vermittelnd. Sie breitete die Arme aus. Das waren keine Fächer, sondern eine Wand, ein Wald, ein Meer, nein, auch nicht, eine Welt aus Federn, von der sie eingehüllt, getragen wurde - wie ein Kind von der Mutter vor der Geburt. Nora ging, lächelnd, selig; ihre Füße sanken ein beim Auftreten, fanden keinen Grund, brauchten auch keinen, ihre ausgebreiteten Arme streiften Federgebüsch auseinander, das sich hinter ihr spurlos wieder schloß. Federn sind wie Wasser, dachte sie. Schwebend ging sie weiter und weiter: das Bild änderte sich nicht; sie war umgeben von einer unendlichen, beschützenden, zärtlichen Einsamkeit.Plötzlich wurde Noras Schlaf leicht, ihre Augen öffneten sich, sie spürte ein Lächeln um den Mund. Sie lag in ihrem Bett. Die Straßenlaterne vor dem Haus verbreitete eine schwache Helligkeit im Zimmer. Ein Auto kam, hielt mit laufendem Motor, eilige Schritte, klatschende Geräusche - die Zeitung wurde gebracht. Nora sah auf den Wecker: drei Uhr.