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Das Erinnerungsbuch von Venedig [antikvár]

 
Der Löwe von San Marco, ein Gemälde von Vittore Carpaccio. EINFÜHRUNG Das alte Stadtzentrum von Venedig ist auf einem Archipel kleiner Inseln erbaut, die ein dichtes Netz von Kanälen trennt. Viele davon wurden in verschiedenen Epochen reguliert, so daß die ursprüngliche Gestalt viele Veränderungen erfuhr. Venedig liegt vier Kilometer vom Festland und zwei vom offenen Meer entfernt. Die allerersten Menschen ließen sich hier zur Zeit des Einfalls der Barbaren nieder, als kleine Gruppen von Flüchtlingen aus Spina, Aquileja, Adria,...
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Der Löwe von San Marco, ein Gemälde von Vittore Carpaccio. EINFÜHRUNG Das alte Stadtzentrum von Venedig ist auf einem Archipel kleiner Inseln erbaut, die ein dichtes Netz von Kanälen trennt. Viele davon wurden in verschiedenen Epochen reguliert, so daß die ursprüngliche Gestalt viele Veränderungen erfuhr. Venedig liegt vier Kilometer vom Festland und zwei vom offenen Meer entfernt. Die allerersten Menschen ließen sich hier zur Zeit des Einfalls der Barbaren nieder, als kleine Gruppen von Flüchtlingen aus Spina, Aquileja, Adria, Altinum, Padua sich auf den Inseln der Lagune ansiedelten. In den folgenden Jahrhunderten ging die Urbanisierung weiter, und es bildete sich allmählich das städtische Zentrum, das in der ganzen restlichen Welt nicht seinesgleichen hat. Es muß dabei bemerkt werden, daß die Aufschüttung von über 160 Kanälen die Anzahl der Inseln, auf denen das heutige Venedig liegt, auf 18 verringert hat, San Giorgio Maggiore und die Giudecca mit eingerechnet. Von den Kanälen ist, was die Länge (3,800 km) und die Breite (zwischen 30 und 70 m) anbelangt, der größte der Canal Grande, der die Stadt in zwei Teile aufteilt, die durch drei Brücken miteinander verbunden sind, die Brücke « degli Scalzi », « Rialto » und der « Accade-mia ». In den Canal Grande münden 45 kleinere Kanäle ein, die alle mit kleinen Booten und Gondeln schiffbar sind. Die verschiedenen Gegenden der Stadt sind durch 350 Brücken miteinander verbunden. Das Gebiet ist in « Sestieri » aufgeteilt: Cannaregio, San Marco, Castello, Dorsoduro, San Polo, Santa Croce. Bis 1480 waren die Brücken aus Holz, später wurden sie durch Steinbrücken, manche mit Rundbogen, ersetzt. Die Straßen haben besondere Namen. Die Hauptstraßen « rughe » (vom französischen « rue »), und die « saliza-de », von « selciate », d.h. die ersten mit richtigem Pfla- ster, sind in ihrer Anzahl begrenzt. « Cale » oder « Calle » werden die engeren Straßen genannt, und « fonda-menta » heißen die Straßen längs der Kanäle, die auch als Fundament für die Bauten dienen. « Lista » ist das Stück Weg in der Nähe der wichtigen Paläste und der Botschaften, die eine besondere Immunität genossen. Die « mer-cerie » die Straßen mit den Geschäften (merce = Ware), die « rive » (Ufer) längs der Seitenkanäle, oft auch nur Treppen, die zum Wasser hinunterführen. Die« riitera » sind die aufgeschütteten Kanäle, die « rami » (Zweige) kurze Strassen, die von einer calle oder einem campiello ausgehen. Der « campo » ist der Platz, an dem eine Kirche steht, ein größerer Freiraum, der früher Gemüsegarten oder Weideland für die Pferde war. « Campiello » ist der von Häusern umgebene Platz, auf den die catli münden, « corti » sind die Innenhöfe der Häuser. « Paludo » erinnert daran, daß diese Gegend früher versumpft war, anstelle der « pissine » befanden sich Teiche, wo man baden und fischen konnte. Das « sotoportego » geht unter den Häusern durch und verbindet calli, campielli und corti, die Kanäle, die Wasserwege, alles zusammen bildet die einmalige Ortsnamenkunde von Venedig. Neben der Toponomastik die städtische Nummerierung, die jeden Nichtvenezianer durcheinanderbringt, die aber auch von der Geschichte der Stadt erzähh. Es handelt sich um eine progressive Nummerierung, aber den Sestieri nach, und nicht nach calli, campi, campielli Die Notwendigkeit, etwas Ordnung in die konfuse Situation der Stadt zu bringen, gab 1801 den Anlaß, zu einer regelmäßigen Nummerierung überzugehen, die aber nicht den Sestieri nach progressiv war, sondern nach der Zone « de ci-tra » und der « de utra », d.h. gegenüber San Marco gesehen, so gehören zur « zona de citra » Castello, San

Termékadatok

Cím: Das Erinnerungsbuch von Venedig [antikvár]
Kiadó: Casa Editrice Bonechi
Kötés: Varrott papírkötés
ISBN: 8870096947
Méret: 200 mm x 260 mm
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