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ERSTES KAPITEL
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Kinder, und mögen sie noch so klein sein, hören und verstehen sehr viel mehr, als Erwachsene annehmen, und sie sind so empfindsam und leicht verletzbar wie jedes menschliche Wesen. Obwohl Kelly erst vier Jahre alt war, als sie mit ihrer Mutter in Barrendarragh in Australien eintraf, blieb ihr doch jede Einzelheit dieser Ankunft für immer im Gedächtnis haften. Die Reise von Sydney im Nachtzug zu ihrem Bestimmungsort war ihr schier endlos vorgekommen. Der Ruß der alten Dampflokomotive hatte sich in ihren Kleidern und auf ihrer Haut festgesetzt, sie war erschöpft gewesen, jeder Knochen hatte ihr weh getan, sie war schrecklich hungrig gewesen und so durstig, daß ihr die Zunge am Gaumen geklebt hatte. Aber sie hatte nichts zu sagen gewagt, ihre Mutter liebte keine Klagen. Und dann auf dem Bahnhof war Mrs. Merton auf sie zugetreten, die neue Arbeitgeberin ihrer Mutter. Nie, nicht bis zu ihrem letzten Atemzug, würde sie diese eisige Begrüßung vergessen - es war die Zeit der großen Arbeitslosigkeit, und Stellungen waren schwer zu finden. Kellys Mutter sollte bei Mrs. Merton als Köchin arbeiten.
»Mrs. Anderson?« Die Stimme war scharf und unfreundlich.
«Ja, sind Sie Mrs. Merton?«
»Ja, das bin ich. Aber wer«, und sie wies mit einem spitzen Zeigefinger auf Kelly, »aber wer ist das?«
»Meine Tochter.« Kelly hatte gespürt, daß sie unerwünscht war, und sich tief gedemütigt gefühlt. Sie hatte hilfesuchend nach der Hand ihrer Mutter getastet, aber nur einen ungeduldigen Schlag auf die Finger erhalten.
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