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Prolog Im Alter von sechs Jahren wollte ich Koch werden. Mit sieben wollte ich Napoleon sein. Und mein Ehrgeiz ist seither stetig gewachsen.
Stendhal zitiert irgendwo die Äußerung einer italienischen Prinzessin, die an einem heißen Abend mit größtem Behagen Eis aß. »Zu schade, daß das keine Sünde ist«, rief sie. Als ich sechs war, war es für mich Sünde, Speise jeder Art in der Küche zu essen. In diesen Teil des Hauses zu gehen, war eines der wenigen Dinge, die meine Eltern mir kategorisch verboten hatten. Stundenlang stand ich mit wäßrigem Mund herum, bis ich die Gelegenheit erbhckte, in den Ort des Entzückens vorzuschleichen; und während die Mädchen zusahen und vor Vergnügen schrien, schnappte ich mir ein Stück rohes Fleisch oder einen gegrillten Champignon, woran ich fast erstickte, was aber für mich den berauschenden Geschmack des Wunderbaren hatte, den nur Furcht und Schuld zu gewähren vermögen.
Außer daß mir die Küche verboten war, durfte ich alles tun, was ich wollte. Ich näßte das Bett, bis ich acht war, einfach weil es Spaß machte. Ich war der absolute Herrscher des Hauses. Nichts war gut genug für mich. Meine Eltern liebten mich abgöttisch. Am Dreikönigstag bekam ich neben unzähligen anderen Geschenken eine strahlend schöne Königstracht — eine mit großen Topasen besetzte Goldkrone und einen Hermelinumhang; von da an lebte ich fast ununterbrochen in dieser Verkleidung. Wenn die geschäf-11 tigen Mädchen mich aus der Küche verjagt hatten, wie oft stand ich dann