EINLEITUNGReden wir von Gewalt, denken wir an das Naheliegende. Gewalt ist ein Schlag ins Gesicht, ein Tritt in die Magengrube, eine vorgehaltene Waffe. Zwingt der Überlegene dem körperlich Schwächeren seinen Willen auf, sprechen wir von Gewalt. Gewalt ist das Recht des Stärkeren. Er muss seine Stärke nicht rechtfertigen, sondern er kann sie einfach einsetzen, um seinen Willen durchzusetzen.Diese Gewalt ist kein Geheimnis. Jeder von uns kennt sie. Viele von uns haben sie erfahren. Sie findet sich in allen sozialen Beziehungen, zwischen...
EINLEITUNGReden wir von Gewalt, denken wir an das Naheliegende. Gewalt ist ein Schlag ins Gesicht, ein Tritt in die Magengrube, eine vorgehaltene Waffe. Zwingt der Überlegene dem körperlich Schwächeren seinen Willen auf, sprechen wir von Gewalt. Gewalt ist das Recht des Stärkeren. Er muss seine Stärke nicht rechtfertigen, sondern er kann sie einfach einsetzen, um seinen Willen durchzusetzen.Diese Gewalt ist kein Geheimnis. Jeder von uns kennt sie. Viele von uns haben sie erfahren. Sie findet sich in allen sozialen Beziehungen, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Freunden, zwischen Eheleuten. Gewalt ist uns näher, als wir es oft wahrhaben wollen. Denn Eltern und Kinder, Freunde und Eheleute sind keine Feinde. Sie sind Menschen, die in einer Gemeinschaft zusammenleben. Und doch kann sie sich in diese Gemeinschaft einschleichen. Sie kann so dominant werden, dass sie diese Gemeinschaften beherrscht.Neben diesen alltäglichen Erfahrungen von Gewalt kennen wir auch ihre - vergleichsweise normalen - Formen. Menschen tun einander in vielfältigen Kontexten Gewalt an, ohne dass diese Kontexte uns so naherücken wie die Gewalt in unseren nächsten sozialen Beziehungen. Dazu gehört, ganz allgemein, der Krieg. In einem Krieg wird Gewalt zu einem Mittel, um einem anderen Staat oder einem Gegner denEinleitung 7
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