Bővebb ismertető
Kapitel 1Ich habe mich später in Pendorric oft gewundert, wie schnell und nachhaltig sich ein Leben ändern kann. Ich hatte einmal gehört, daß man das Leben mit einem Kaleidoskop vergleichen kann, und so erschien es mir; zuerst war es eine freundliche Szene voller Friede und Eintracht, bis sich dann plötzlich das Muster zu ändern begann, einmal hier, dann dort, bis schließlich das Bild, das sich mir bot, nicht mehr ruhig und voller Friede, sondern mit Drohungen angefüllt war. Ich hatte einen Mann geheiratet, der mir als das erstrebenswerteste Beispiel eines Ehemannes erschien besorgt, liebevoll, mir leidenschaftlich ergeben, und plötzlich war es, als hätte ich einen Fremden geheiratet.Ich sah Roc Pendorric zum erstenmal, als ich eines Morgens vom Strand heraufkam und er bei meinem Vater im Atelier saß. Er hielt eine Terracotta-Figur in den Händen, für die ich als schmächtiges Kind von sieben Jahren Modell gesessen hatte. Ich erinnerte mich noch daran, daß mein Vater sie vor mehr als elf Jahren angefertigt hatte. Er bemerkte stets dazu, sie sei unverkäuflich. Die Jalousien waren noch nicht heruntergelassen und die beiden Männer wirkten in dem hellen Sonnenlicht außerordentlich gegensätzlich: mein Vater so blond, der Fremde so dunkel. Auf der Insel wurde mein Vater oft >Angelo< genannt, wegen seiner blonden Haare, seiner weißen Haut und wegen seines arglosen Gesichtsausdrucks; denn er war ein weichherziger, nachgiebiger Charakter. Vielleicht lag es einfach daran,5