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EIN ÜBERFLÜSSIGES VORWORT
Alle Vorworte sind überflüssig, das zu diesem Buche aber ganz besonders, weil das Buch selbst zur Zeit überflüssig ist oder doch so scheinen wird; im besten Fall wird man es ,unterhaltend' finden. „Sie machen eine Kurzweil daraus" - diesen bitteren Ausspruch des Propheten kann auch der gewöhnlichste Sterbliche wiederholen, wenn seine Worte über eine den Menschen wirklich drohende Gefahr ihnen lediglich ,unterhaltend' vorkommen.
Nach dem gestrigen Krieg und vielleicht am Vorabend des morgigen im heutigen Europa von Krieg reden, ist nicht anders, als im Hause des Erhängten vom Strick reden: es ist,unziemlich', — und wenn man sich schon unziemlich benehmen will, dann zum mindesten doch ohne ,Vorrede'.
Ich tue es ja auch nur, weil ich nichts mehr zu verlieren habe. Ein Schriftsteller, der das unerbittliche Gesetz: „Sei dem Leser ähnlich oder sei gar nicht" verletzt, hat alles verloren. Ich bin bereit, jetzt nicht zu sein, in der Hofihung, später zu sein.
Was es heißt, den Lesern unähnlich sem, das begrifi" ich, als ich vor fünf Jahren, nach der Niederschrift meinesBuches ,Das Geheimnis der Drei' von dem französischen Verleger des Werkes den guten Rat erhielt, den Titel zu ändern, damit man nicht einen Detektivroman dahinter vermute.
Im 4.-5. Jahrhundert wäre ,Das Geheimnis der Drei' im christlichen Osten als das ,Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit' aufgefaßt worden, im 20. Jahrhundert aber gemahnt es den christlichen Westen an ,das Geheimnis dreier Gauner, die von Sherlock Holmes verfolgt werden'. Schon diese winzige Anekdote läßt erkennen, wie tief die
I M. w.