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i. Ein leichtsinniger Streich
„So lafi dir doch Zeit, Oskar, wir sind ja keine Renn-fahrer." Der kleine, ein wenig rundliche Róbert hatte es gerufen. Er strampelte atemlos hinter seinem langen, ha= geren Freund her, dessen Stupsnase unter einer Brille forsch nach oben stand.
„Ich habe es eilig", rief Oskar über die Sdmlter zurück. „Möchte heute noch hinaus zum Mühlenweiher und fri= sche Wasserpflanzen für mein Aquarium holen." „Das schaffen wir doch noch lange", schnaujfte der Kleine. „Deshalb brauchen wir doch nicht so zu rasen." „Mit Schwung geht es den halben Berg in einem Zug hin= auf", versetzte der Lange. „Los, zeig was du in den Bei= nen hast. Wenn du wie eine Schnecke hinter mir her= kriechst, dann möchte ich nur wissen, wie du dich auf unserer geplanten Ferienfahrt an den Rhein anstelltst." Róbert, der Rundliche, gab keine Antwort mehr. Er brauchte das letzte bifichen Atem, um mit dem Freund Schritt zu haltén, der jetzt zügig eine Steigung hinauf= fuhr. „Zur Sonnhalde" stand auf einem Wegweiser. In der Sonnhalde, einer neu erschlossenen Siedlung, wohnten die beiden ungleichen Freunde, der lange Oskar und der stámmige Róbert. Dávid und Goliath hatte sie der Herr Kaplan im Religionsunterricht genannt, und sie waren von der ganzen Klasse eine Weile damit gehánselt worden. Freilich für den Bubengebrauch waren derglei= chen biblische Namen zu langatmig. So war aus dem Go= liath der „Golli" geworden, wáhrend man den Kleinen langst wieder mit dem gebráuchlichen „Stops" rief.