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Laternentraum
Wenn ich tot bin,
möchte ich immerhin
so eine Laterne sein,
imd die müßte vor deiner Türe sein
and den fahlen
Abend überstrahlen.
Oder am Hafen, •wo die großen Dampfer schlafen und wo die Mädchen lachen, würde ich wachen
an einem schmaler schmutzigen Fleet und dem zublinzeln, der einsam geht.
In einer engen
Gasse mödit ich hängen
als rote Blechlaterne
vor einer Taverne -
und in Gedanken
und im Nachtwind schwanken
zu ihren Gesängen.
Oder so eine sein, die ein Kind mit großen Augen ansteckt, werm es erschreckt entdeckt, daß es allein ist und weil der Wind so johlt an den Fensterluken -und die Träume draußen spuken.
Ja, ich möchte immerhin, wenn ich tot bin, so eine Laterne sein,
Die Ausgelieferten
Die Hundeblume
Die Tür ging hinter mir zu. Das hat man wohl öfter, daß eine Tür hinter einem zugemacht wird - auch daß sie abgeschlossen wird, kann man sich vorstellen. Haustüren zum Beispiel werden abgesdilossen, und man ist dann entweder drirmen oder draußen. Auch Haustüren haben etwas so Endgültiges, Abschließendes, Auslieferndes. Und nun ist die Tür hinter mir zugeschoben, ja, gesdioben, denn es ist eine unwahrscheinlich dicke Tür, die man nicht zuschlagen kann] Eine häßliche Tür mit der Nummer 432. Das ist das Besondere an dieser Tür, daß sie eine Nummer hat und mit Eisenblech beschlagen ist-das macht sie so stolz imd unnahbar; denn sie läßt sich auf nichts ein, und die inbrünstigen Gebete rühren sie nicht.
Und nun hat man mich mit dem Wesen allein gelassen, nein, nicht nur allein gelassen, zusammen eingesperrt hat man mich mit diesem Wesen, vor dem ich am meisten Angst habe: Mit nur selbst. Weißt du, wie das ist, wenn du dir selbst überlassen wirst, wenn du mit dir allem gelassen bist, dir selbst ausgeliefert bist? Ich kann nidit sagen, daß es unbedingt furchtbar ist, aber es ist eines der tollsten Abenteuer, die wir auf dieser Welt haben können: Sich selbst zu begegnen. So begegnen wie hier in der Zelle 432: nackt, hilflos, konzentriert auf nichts als auf sich selbst, ohne Attribut und Ablenkung und ohne die Möglichkeit einer Tat/ Und das ist das Entwürdigendste: Ganz ohne die Möglichkeit zu einer Tat zu sein. Keine Flasche zum Trinken oder zum Zerschmettern zu haben, kein Handtuch zum Aufhängen, kein Messer zum Ausbrechen oder zum Aderndurchschneiden, keine Feder zum Schreiben - nichts zu haben - als sich selbst.
Das ist verdammt wenig in einem leeren Raum mit vier nackten Wänden. Das ist werüger als die Spinne hat, die sich ein Gerüst aus dem Hintern drängt und ihr Leben daran riskieren kaim,
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