Bővebb ismertető
EINLEITUNG Jedem, der sich wissenschaftlich mit dem Corpus Demosthenicum befaflt, kommt bald zuBewufltsein, dafí die Abhandlungen von Arnold SCHAEFER und Friedrich BLASSí:" nicht alléin zu ihrer Zeit in der Forschung bahnbrechend gewirkt habén, sondern heute noch grundlegend wichtig sind, auch für die hier vorgelegte Studie, die ohne die genannten Werke kaum zu unternehmen gewesen wáre. In bisher nicht geübter Betrachtungsweise soll im Folgenden das gesamte Corpus Demosthenicum in chronologischer Reihenfolge, soweit sich diese kláren oder annáhernd vermuten Iáik, untersucht werden. Man pflegt das Corpus als eine nach Überlieferung und Gestalt disparate, blofí nach rhetorisch-stilistischen Gesichtspunkten zu gliedernde Masse von politischen und privátén Prozefireden anzusehen, die unter Demosthenes' Namen tradiert sind. Hier wird der Beweis geführt werden, dafí es ein Fehler der in die Antiké zurückreichenden philologischen Bemühungen gewesen ist, das Corpus Demosthenicum hauptsáchlich formalen Kategorien zu unterziehen, dabei insbesondere denen des Politischen und des Privátén. Die Frage, warum gerade diese politischen und privátén Pládoyers unterschiedlicher Qualitát zusammengefaík überliefert sind, ist nicht gestellt worden. Nun ist die strenge Scheidung zwischen öffentlich" und privát" den antiken Verháltnissen gar nicht gemáfi, auch die Reden des Corpus weisen den Zug einer Überschneidung und Verflechtung des öffentlichen mit dem Privátén auf, mit dem wir uns hier zu bescháftigen habén werden. Diese Verflechtung námlich, zumeist iibersehen und kaum jemals gedeutet, liefert uns einen wertvollen neuen Aspekt, zumal die chronologisch fortschreitende Interpretation diesen Zug als allén Reden gemeinsam erweisen wird. Das Vorhandensein privater Elemente in den politischen Reden wie umgekehrt öffentlich-politischer Momente in den Privatreden machen eine strenge Scheidung unmöglich. Vor allém zeigt sich die politische Relevanz der oftmals nur scheinbar privátén Angriffe. Die Schlufífolgerung ist, dafl * Vgl. die im Lit.-Verz. genannten Werke.