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John Aidan, der achte Marquis von Carmel, starb in Wirklichkeit am Samstag, dem 17. Februar, um fünf Uhr zwanzig nachmittags. Aber das war nicht das amtliche Todesdatum. «Zu dumm!» sagte sein Sohn Henry, der Earl of Bayard und seit einem Augenblick der neunte Marquis. «Wenn er nur bis Montag durchgehalten hätte!»
«Er hat sich redlich Mühe gegeben», meinte Joe Banning und bediente sich von dem Whisky, der auf dem Nachttisch des toten Peers stand. Mit dem Glas in der Hand trat er ans Fenster und blickte in die Dunkelheit hinaus. Es schneite noch immer heftig, heute abend kam er mit dem Wagen nicht mehr durch. Die nächste Woche würde ihm viel Arbeit bringen, eine Menge Patienten, die an Bronchitis, Grippe oder Weltschmerz litten, vielleicht sogar ein oder zwei Herzanfälle. Er haßte den englischen Winter. Wieder einmal bereute er, wie schon so oft, daß er nicht gleich nach dem Krieg ausgewandert war - nach Südafrika oder Australien. Er wandte sich um und sah den neuen Marquis an, den Mann, der einiges damit zu tun hatte, daß er schheßlich doch in England geblieben war. «Ich habe noch keinen Menschen so widerwillig sterben gesehen. Dabei glaube ich gar nicht, daß er sich vor dem Tod fürchtete - das war es nicht.»
«Nein.» Henry Aidan, den jedermann Harry nannte, lehnte sich an den Pfosten des Himmelbetts, und von dem altertümlichen Baldachin stieg ein wenig Staub auf, der wie ein Wölkchen Blütenstaub durch den matten Lichtkreis der Bettlampe schwebte. «Wenn du es unbedingt wissen willst - er kämpfte gegen die Erbschaftssteuer, nicht gegen den Tod.» «Ich weiß. Man könnte meinen, er hätte sie aus seiner eigenen Tasche bezahlen müssen.»
Harry blickte auf seinen toten Vater hinab und nickte leise. Das Fleisch des Schädels schien bereits eingeschrumpft, die frische rote Gesichtshaut war nur mehr ein bleiches Gewebe. Von der Kraft und dem Starrsinn, den hervorstechendsten Eigenschaften John Aidans, war nichts mehr zu bemerken. Der Starrsinn zumindest war gestern abend nach dem ersten Herzanfall noch vorhanden gewesen.