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SCHÖNE SCHWEIZDas erste Goldene Buch", von dem wir wissen, war bestimmt, die Namen der berühmten Männer und hochstehenden Herren zu sammeln, die Venedig besuchten und die Gast der Republik waren. Es tvar ein Buch der Erinnerung für die stolze Stadt und ihre Machthaber es war ebensosehr ein politisches wie ein kulturelles Dokument.Nach diesem berühmten Muster sind sodann viele andere und ähnliche goldene Bücher angelegt worden. Im Laufe der Jahre aber ändert sich Idee wie Inhalt des Buches und es wurde ein Geschenk an den Gast, aus dem er in Stunden des Nachlehens entnehmen konnte, was seine Gastgeber ihm geboten hatten, was ihre Stadt zu geben hatte. Es ist nur ein Schritt weiter auf dem Wege dieser Entwicklung, wenn schließlich ein goldenes Buch jedem zugänglich gemacht wird um ihm zu zeigen, was eine Stadt, eine Landschaft, ein Land zu geben haben, um ihm eine immer neue Erinnerung zu sein, an dem, was er erlebt und gesehen hat.Ein Goldenes Buch'': Man kann sich freuen auf das, was für uns im Schöße der Zukunft liegt, man kann sich lächelnd und dankbar versenken in die Rüdtschau auf Vergangenes und Erfahrenes. Das Goldene Buch der Schweiz" sein Inhalt könnte vielgestaltig sein. Es ist so viel, so unbegreiflich viel, was die Schweiz, dieses Herz Europas, zu zeigen und zu geben hat. Ein goldenes Buch der Schweiz könnte Städtebilder und Volkstypen, Siedlungsfoi men und Volksbräuche, vorbildliche Industrieanlagen und Kraftwerke, Landschaftenund Vegetation und vieles andere noch sammeln und zeigen das alles von einem Reichtum und einer Mannigfaltigkeit, die auf kleinem Raum so bald nicht wieder zu finden ist.Dieses Goldene Buch aber hat sich auf die Landschaft der Schweiz" beschränkt, lind, in der Beschränkung zeigt sich bekanntlich der Geschmack und die Weisheit des Meisters Die Landschaft der Schweiz! Ihr Lob wurde nicht umsonst in vielen Tonarten gesungen. Sie ist an Schönheit und Abwechslung, sie ist an Lieblichem und Erhabenem so reich, wie kein anderes Land Europas, wie vielleicht keines der ganzen Welt. Viele glückliche Umstände tragen bei zu diesem guten Ergebnis: Die Schweiz ist wirklich die Mitte eines Kontinentes" ihr Klima ist eine Synthese von fast arktischer Kälte und südlicher Wärme, von Was-serreichtum und Sonnenüberfluß; ihre Berge tragen ewiges Eis und die Sohlen ihrer tiefsten Täler liegen nur einige hundert Meter über Meereshöhe; hier trifft sich der Norden mit dem Süden und der Osten mit dem Westen. Mater fluviorum" Mutter der Ströme heißt dieses Land mit Recht von alters her. Und den Flüssen folgend, durch ihre Täler, die bis in das innerste Gebirge hineinführen, wanderten aus allen Himmelsrichtungen Mensch und Tier; auf diesen Wegen kamen auch die Pflanzen, die heute das Kleid des Bodens sind, das bunt und vielgestaltig den Körper der Landschaft bedecJct. Immer höher stromaufwärts brachten die verschiedenen Menschenstämme auch ihre verschiedenen Kulturformen. Wie un-