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Ruth RendellDer Mann, der ein Gott der Liebe warHast du die Times} fragte Henry gewöhnlich gegen acht Uhr. Dann hatte sie den Abendessentisch abgedeckt und das Geschirr in den Geschirrspüler geräumt.Die Times lag zusammen mit den beiden anderen Tageszeitungen, die ins Haus kamen, immer auf dem Couchtisch. Trotzdem gehörte es zum täglichen Ritual, sie zu fragen. Und Fiona wollte gefragt werden. Sie hatte es gern, wenn Henry das Kreuzworträtsel löste. Natürlich nicht das einfache, schnelle, sondern das richtige, große; sie hatte es gern, wenn er ein wenig die Stirn runzelte und sie wieder glättete, sobald ihm das richtige Lösungswort eingefallen war. Nicht um ihr Leben hätte sie ein Kreuzworträtsel lösen können (wie sie gern betonte). Sie schaffte nicht einmal die besonders schhch-ten in der Boulevardpresse.Während sie Henry beobachtete, bevor er wie so oft mit der Zeitung in seinem Arbeitszimmer verschwand, dachte Fiona daran, wie glückhch sie sein durfte, mit einem Mann wie Henry verheiratet zu sein. Ihr Glück grenzte beinahe an ein Wunder. Fiona, die Zeitsekretärin, war Henry zugeteilt worden, während seine Sekretärin Mutterschaftsurlaub hatte. Sie war eine normale, mäßig hübsche junge Frau ohne besondere Qualitäten, abgesehen von einem guten Ordnungssinn und einigem Geschick im Umgang mit Textverarbeitungssystemen. Fiona hatte nichts zu bieten als ihre Bewunderung für