Bővebb ismertető
Wegen Landstreicherei, vermeintlichem Zwetschkendieb-
stahl, Brandstiftung und anderen Verdächtigungen gerät ein
kleiner, aus Ostgalizien stammender Jude in die Mühle der
österreichischen Justiz der Jahre 1918 bis 1921. Er kommt
in Untersuchungshaft, wird in ein Irrenhaus eingeliefert,
bricht aus, strolcht ruhelos durch Felder und Vorstädte und
wird erneut aufgegriffen. Noch einmal in die Freiheit ent-
lassen, stolpert er wie immer vom Regen in die Traufe. In
einem Wiener Trödlerladen erlebt er einen kleinen, beschei-
denen Wohlstand, bis auch dieser wie eine Seifenblase zer-
platzt, weil Zwetschkenbaum ohne sein Wissen gestohlene
Waren verkauft hat. Im Auf und Ab dieses abenteuerlichen
Lebens hat Albert Drach einem Prototyp jüdischen Schick-
sals Gestalt gegeben. Daneben darf der Roman als glänzende
stilistische Leistung besonderes Interesse beanspruchen.
Denn der Autor läßt einen jungen Gerichtsreferendar in echt
österreichischem Kanzleideutsch die »Erhebung zur Person«
des Schmul Leib Zwetschkenbaum vornehmen. »Er treibt
das an sich so trockene, staubgraue Vokabular der gericht-
lichen Amtssprache zu bunten Sprach-Blüten, fügt an sich
nüchterne Termini zu lebhaften poetischen Bildern - in die-
ser Hinsicht ein Schüler von Nestroy und Kraus, im ganzen
aber ein literarisches Unikum, das dem sowieso schon brei-
ten Spektrum der österreichischen Gegenwartsliteratur zwi-
schen Gütersloh und Lebert, zwischen Doderer und Celan,
zwischen Lernet-Holenia und Hochwälder als eine neue
Nuance sich einfügt.« (Herbert Eisenreich)