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VORREDE 1
ES IST mir oft genug und immer mit großem Befremden ausgedrückt worden, daß es etwas Gemeinsames und Auszeichnendes an allen meinen Schriften gäbe, von der „Geburt der Tragödie" an bis zum letzthin veröifentlidi-ten »Vorspiel einer Philosophie der Zukunft": sie enthielten allesamt, hat man mir gesagt. Schlingen und Netze für unvorsichtige Vögel und beinahe eine beständige unvermerkte Aufforderung zur Umkehrung gewohnter Wert-sdiätzungen und geschätzter Gewohnheiten. Wie? Alles nur — mensdilich-allzumenschlich? Mit diesem Seufzer komme man aus meinen Schriften heraus, nicht ohne eine Art Scheu und Mißtrauen selbst gegen die Moral, ja nidit übel versucht und ermutigt, einmal den Fürsprecher der sdilimmsten Dinge zu machen: wie als ob sie vielleicht nur die bestverleumdeten seien? Man hat meine Schriften eme Schule des Verdadhts genannt, noch mehr der Ver-aditung, glücklidierweise audi des Mutes, ja der Verwegenheit. In der Tat, ich selbst glaube nidit, daß jemals jemand mit einem gleidi tiefen Verdadite in die "Welt gesehen hat, und nicht nur als gelegentlicher Anwalt des Teufels, sondern ebensosehr, theologisdi zu reden, als Feind und Vorforderer Gottes; und wer etwas von den Folgen errät, die in jedem tiefen Verdachte liegen, etwas von den Frösten und Ängsten der Vereinsamung, zu denen jede unbedingte Verschiedenheit des Blicks den mit ihr Behafteten verurteilt, wird auch verstehn, wie oft ich