Bővebb ismertető
Hell und wármend falit das Sonnenlicht des Fríihjahrstages durch die hohen Fenster, deren Scheiben in kleine bleigefaíke Quadrate geteilt sind. Es falit in einen Raum, in dem alles blitzsauber ist - vom schachbrettartigen Fliesenfufíboden bis unter die braune Balkendecke. Es láfit den Wein in den bauchigen Glásern funkeln, die kostbaren Seidenroben schillern und die Augen der Gáste strahlen. Es gibt den Farben Leuchtkraft. Grellrot prangt der Hummer auf dem blankgeriebenen Silberteller, orange und gelb heben sich die Apfelsinen- und Zitronenstücke von den blauweifíen Fayenceschüssein ab, und - kunstvoll zusammengebastelt - schmückt das Federkleid eines Truthahns die Mitte der Tafel. Die Augen sollen mitessen, und das mit doppeltem Recht, wenn sie Malern gehören. Habén wir ein Gliick mit dem Wetter, sagt der Hausherr Reynier Vermeer vergnügt, besser könnte man es sich gar nicht wünschen. Ein gutes Omen für einen so bedeutungsvollen Tag, nickt der greise Ohm Pieters. Doch seine Frau, die rundliche Geertje, sagt: Ach was, an unserm Hochzeitstag hat es in Strömen gegossen, und sind wir etwa nicht glücklich geworden? Herausfordernd hochgereckt, das Doppelkinn an den gestárkten Miihlradkragen geprefit, wartet sie auf die öffentliche Bestátigung durch ihren Mann. Dem macht es Spafó, die Antwort hinauszuzögern. In seinem hageren Gesicht verlagern sich die Faltén zu einer gewichtigen Miene, hinter der der Schalk lauert. Und wie! bestatigt er dann mit einem Ernst, der die Gesellschaft zum Lachen bringt. Schon dringt der Duft gebratenen Geflügels verführerisch aus der Küche herüber, so dafó den Gásten das Wasser im Mund zusammenláuft. Ob auch Tauben dabei sind? Gleich wird man auftragen. Jetzt ist der richtige Augenblick, denkt Leonard Bramer und gibt sich einen Ruck. Jetzt! Umstándlich rauspert er sich, zupft an den Enden seines nach neuester Mode flach aufliegenden Spitzenkragens und streicht wohlgefállig über die Wölbung seines Bauches, um zu fühlen, ob die Scharpe auch richtig glatt ist, die Scharpe, auf die er so stolz ist und die allén unmifiverstandlich kundtut, dafí er Mitglied einer der vier Delfter Schützengilden ist. Bramer steht auf, reckt sich und gewinnt so das Aussehen eines Achtung gebietenden Mannes, der sich seines Wertes voll bewufit ist. Augenblicklich verebben die Gesprache, alle Blicke wenden sich ihm zu. Doch ausgerechnet jetzt beginnen die Turmuhren Delfts zu schlagen. Mit Sekundenvorsprung die Uhr der hohen Nieuwe Kerk, dann die des gegenüberliegenden Stadhuis, die der Oude Kerk, des Schiedamer Tors. Unwill-