I. DER GROSSE BUDDHAIn ihrem Kopf geht es zu wie in einem Geisterhaus. Ein vermeinthches Geräusch lässt die Frau namens Lara aufblicken. Sie steckt den Brief fort, in dem sie erneut gelesen hat, und tritt an das Fenster mit dem weiten Blick auf den Garten. Langsam hellt da draußen der Morgenhimmel auf, doch noch sind einige letzte Sterne zu sehen.Nach einer Weile dreht sie sich um und geht zu einem runden Spiegel, der an der gegenüberliegenden Wand lehnt. Sie trägt ihn mitten ins Zimmer und legt ihn auf den Boden, behutsam und leise aus...
I. DER GROSSE BUDDHAIn ihrem Kopf geht es zu wie in einem Geisterhaus. Ein vermeinthches Geräusch lässt die Frau namens Lara aufblicken. Sie steckt den Brief fort, in dem sie erneut gelesen hat, und tritt an das Fenster mit dem weiten Blick auf den Garten. Langsam hellt da draußen der Morgenhimmel auf, doch noch sind einige letzte Sterne zu sehen.Nach einer Weile dreht sie sich um und geht zu einem runden Spiegel, der an der gegenüberliegenden Wand lehnt. Sie trägt ihn mitten ins Zimmer und legt ihn auf den Boden, behutsam und leise aus Rücksicht auf den Hausherrn, der nebenan schläft. Im Spiegel achtet sie nicht auf ihr Bild und mustert stattdessen die vom fahlen, frühen Licht erhellte Decke.Der Spiegel ist groß - wäre er Wasser, könnte sie hineintauchen und darin verschwinden, ohne die Ränder zu berühren. An der großflächigen Decke haften mehrere hundert Bücher, jedes mit einem Nagel angehämmert. Ein durch die Seiten der Geschichte getriebener Dorn, ein Dorn durch die Seiten der Liebe, ein Dorn durchs Geheiligte. Am Spiegelrand auf staubigem Boden kniend, versucht sie, die Titel zu entziffern. Die Worte sind spiegelverkehrt, so aber leichter zu lesen, als
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