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Als das Krankenhaus Enskede, das neueste und modernste in Stockholm, im Frühjahr 1980 vom König und der Königin eingeweiht wurde, war dieses Gebäude mehr als nur ein Krankenhaus, es war zugleich - in Schrott und Stein - ein gigantisches Monument für die Gesundheitspolitik der sechziger Jahre. Denn in den sechziger Jahren hatte man industrielle Prinzipien auf die medizinische Versorgung angewandt: Man strebte nach großen, rationellen Einheiten mit maximaler Leistungsfähigkeit. Pflege- und Wissenschaftssilos sozusagen oder medizinische Dome, um das Volk in gläubige Sicherheit zu wiegen. Die Krankenpflege begann sich wie eine Besatzungsmacht in einem fremden Land zu gebärden, eine Macht, die sich in Festungen verschanzte und sich auf den Höhen niederließ - wo Ärzte und Krankenschwestern sich dann nachts nicht mehr ins Freie trauten.
Nun weiß jeder, der sich auch nur im mindesten mit der Planung der medizinischen Versorgung befaßt hat: Was die Bevölkerung in erster Linie braucht, sind nicht große Krankenhäuser. Man braucht vielmehr eine verstärkte ambulante Versorgung, mehr Gemeindekrankenschwestern, häufigere Hausbesuche, mehr Polikliniken und viele kleine Pflegeheime. Das bedeutet keineswegs, daß die großen Krankenhäuser unnütz wären. Ganz im Gegenteil. Aber es bedeutet, daß das Gesundheitswesen insgesamt, als System, schlecht funktioniert. Den Riesenkrankenhäusern fehlt die Basis, sie sind auf Lehm oder Treibsand gebaut und können unverhofft Schlagseite bekommen.
Schon mehrere Jahre vor dem ersten Spatenstich für das Krankenhaus Enskede waren sich die meisten der Verantwortlichen darüber einig, daß es falsch war, große Krankenhäuser zu bauen. Aber an wichtigen Beschlüssen, sobald sie