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VORWORT
Das Buch, das der Prior der Communauté de Taizé uns in die Hánde legt, ist ein Zeugnis und ein Anruf.
Es ist zunáchst das Zeugnis eines Menschen, der selbst einen Ruf gehört hat und ihm gefolgt ist. Wie das geschehen ist und wie Taizé geworden ist, wird in dem Anhang zu diesem Buch kurz berichtet. Aber über die Bedeutung dieser Gründung wird der katho-lische Christ, der die Freude hat, diesem Zeugnis ein Wort vor allém auch an die katholischen Leser mit auf den Weg zu geben, zunáchst etwas sagen dürfen.
Taizé ist ein Kloster, das im Raum der reformier-ten Kirche Frankreichs entstanden ist, und als solches bedeutet es etwas Neues; denn man wird ja sagen müssen, sagen dürfen, dafi klösterliches Leben im eigentlichen Sinn in den Kirchen der Reformation ein Ende gefunden hatte. „Insofern die entscheiden-den Anliegen Luthers im 16. Jahrhundert die Grund-lagen für die Reformation bilden, mufi die Ver-werfung des Mönchtums — wenigstens für die Re-formationszeit — zum Grundbestand der reformatorischen Verkündigung gerechnet werden", schreibt Fr. Biot in seinem Buch über "Evangelische Ordensgemeinschaften"; und wenn auch "einige reformatorische Stimmen immerhin grundsätzlich die Möglichkeit eines ehelosen Lebens im Dienst des Herrn festgehalten haben" ind in den folgenden Jahrhunderten besonders in pietistischen Kreisen ordensähnliche Gebilde entstanden sind, vor allem im 19. Jahrhundert, der Gedanke der Diakonie im evangelischen Raum bedeutsame Gründungen hervorgerufen hat, in denen das