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AUF DEM GLOBUS IST HOLLAND GAR NICHT ZU
sehen, auf der Karte von Europa tritt es in Erscheinung als der südlichste Punkt, der aus weiter Ferne dem nördlichen Eismeer zublinzelt. Im Westen ist Holland eine kleine, aber kühne Halbinsel eigener Schöpfung, im Osten bildet es einen Bruchteil Mitteleuropas. Kein Wunder, daß Napoleon I. Holland als „Schwemmland Meiner Flüsse" annektierte. Die Geschichte jedoch ging andere Wege. Nachdem das kleine Land Jahrhunderte lang fremden Dynastien unterworfen gewesen war, wuchs in seinen Bewohnern der Wunsch nach Unabhängigkeit. Unter Wilhelm von Oranien (dem „Schweiger") brach ein Aufstand aus, an dessen glücklichem Ende im Jahre 1581 die Republik der Sieben Vereinten Niederlande als selbständiger Staat mit einem Oranier als Statthalter proklamiert wurde. Orange-weiß-blau waren die Farben der prinzlichen Standarte; sie wurden verändert in das Rot-weiß-blau der heutigen Flagge. Nach der französischen Fremdherrschaft erwarben die Oranier die Königswürde (1815): Wilhelm I., Wilhelm II., Wilhelm III., Wilhelmina, Juliana.
Mächtig hat das Meer bei dieser allmählichen Befreiung mitgewirkt. Es schuf Seefahrer, Entdecker, Fischer, Kaufleute, Kolonisatoren. Nach den Spaniern und Portugiesen herrschten die Holländer im 17. Jahrhundert in vielen überseeischen Ländern. Klein blieb das Mutterland, jedoch sein Einfluß reichte bis tief hinein nach Asien, Afrika, Amerika. Durch Handel und Schifffahrt wurde Holland eine Weltmacht, die sich mit anderen messen konnte. Durch den Freiheitskrieg, durch die Notwendigkeit, sich gegen starke Nachtbarn zu behaupten, und durch die Mühen, die es kostete, um Grund und Boden vor dem Untergang durch das Meer zu bewahren, wurden alle Kräfte angespannt.
¦<—Karte von Holland mit den wichtigsten Land- und Wasserwegen. Die Zahlen geben die Seiten an, auf denen Fotos des Ortes oder der betreffenden Gegend abgebildet sind.