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5) Frech auch noch!« ruft der vierjáhrige Stefan mit rollenden Augen und vorgeschobener Unterlippe seinem Vater zu, der nicht einmal ihm, sondern dem um vier Jahre álteren Brúder auf den Leib rücken will. Er rát dem altén Manne, sich nicht einzumischen, sondern ins Bett zu gehen. Ein Freudengeheul des Bruders und das nachsichtige Lacheln der Mutter beenden die * reizende Familienszene. Und welcher Vater von heute könnte nicht ein áhnliches Rohrstock-Rührstück erzáhlen, falls er nicht überhaupt schon lángst von der Erziehungskunst zur Wissenschaft übergegangen ist und dieMeinungvertritt, dafi man Kinder nur antesten, aber nicht antasten darf. »Ihr Erwachsenen nehmt die Kinder viel zu ernst!« sagt der siebenjáhrige Thomas und liefert damit einen bedeutenden Beitrag zu der tausendjáhrigen Frage derErziehung, von der schon Demokritos meint, dafi sie eine unsichere Sache sei. Jedenfalls brauchen wir Vater uns nur einen Augenblick zu überlegen, was unsere eigenen Vater - von der guten altén Grofivaterzeit ganz zu schweigen - gesagt oder vielmehr getan hátten, wenn ihre Spröfilinge im zartesten Altér schon derart gegen ihre unerschütterliche Macht aufrebellt hátten. Freilich leben, auch in unserer im raschen Umbau begriffenen Welt, immer noch ein bis zwei Jahrhunderte nebeneinander, es gibt so etwas wie eine Koexistenz der Pádagogik; aber niemand wird leugnen, dafi sich die Kinder grundsátzlich geándert habén: jeden Tag können wir es in der Zeitung oder gar in Fachzeitschriften lesen, im Rundfunk hören, und, falls wir ins Kino gehen oder vor dem Fernsehschirm sitzen, auch im Film betrachten. Daraus aber müssen wir den Schlufi ziehen, dafi, im Ganzén gesehen, zuerst wir Eltern, vor allém wir Vater uns gewandelt habén - sagen wir getrost, zum