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VORWORT
Jahr für Jahr stehen alle, die mit der Glaubensverltündigung beauftragt sind, vor der Aufgabe, ihren Zuhörern oder Gesprächspartnern im Weihnachtsfestkreis die neutestamentliche Botschaft von der Menschwerdung Christi auszulegen.
Die kirchliche Liturgie legt dafür Texte aus verschiedenen neutestamentlichen Sdiriften vor. In der 3. Weihnachtsmesse ist eine Lesung dem Hebräerbrief (1,1-6), das Evangelium dem Johannes-Prolog (1,1-18) entnommen. Römerbrief (1,1-6, 4. Adventss. Jahr A), Galaterbrief (4,4-7, 1. Januar) und Titusbrief (2,11-14, 1. Weih-nachtsmesse; 3,4-7, 2. Weihnachtsmesse) kommen zu Wort. All das hat wenig Einfluß auf die weihnachtliche Frömmigkeit des Volkes. Unser weihnachtliches Denken und Empfinden wird weitgehend von Lukas bestimmt. Von Weihnachten bis Mariä Lichtmeß bilden Perikopen aus seinem Evaiigelium .gewissermaßen den Leitfaden der Verkündigung. ' ''
Weniger ins Auge fallend, aber hochbedeutsam ist der Anteil an Texten aus dem Matthäusevangelium. Josephs Traumbelehrung und die Namengebung Jesu 1,18-21 werden zur Weihnachtsvigil gelesen. Die Magierperikope 2,1-12 ist das Evangelium des Festes der Erscheinung des Herrn, die Flucht nach Ägypten und der Kindermord des Heródes 2,13-18 die Perikope des Festes Sanctomm Innocen-tium (28. Dezember), die Rückkehr aus Ägypten 2,19-23 wurde früher zur Vigil des Epiphaniefestes gelesen. Die Genealogie 1,1-16 ist für zwei Feste vorgeschrieben, die in entfernterem Zusammenhang mit der Inkarnation stehen, nämlich Mariä Geburt (8. September) und das Fest des hl. Joachim (16. August). Die Eigenart der Texte ist im Verlauf der letzten Jahre immer stärker in den Blickpunkt des Interesses, auch im katholischen Raum, getreten. Der Verfasser hatte seit 1966 Gelegenheit, die aufgeworfenen Fragen auf bibeltheologischen Arbeitstagungen vor und mit einigen tausend Lehrerinnen, Lehrern, Priestern und Priesterkandidaten vier westdeutscher Bistümer zu erörtern. Ein Referat, das er auf Einladung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie auf ihrer Arbeitstagung vom 16. bis 19. September 1968 in Beuron hielt, bildete den näheren Anlaß, die Fragen in dieser Studie zu behandeln. Den Veranstaltern, Mitreferenten und Teilnehmern ist er für viele Anregungen zu Dank verpflichtet.
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