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Das Kunsthistorische Museum in Wien und seine Sammlungen [antikvár]

Bruno Thomas, Gabriele Hammel, Kurt Wegerer

 
Vorwort Auf BeschluB Kaiser Franz Josephs wurden in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts die Kunstsammlungen der Habsburger, die sich bis dahin in mehreren Schlössern und Palais in Wien befunden hatten, in das von Semper und Hasenauer erbaute »Kaiserlich-Königliche Hofmuseum« am Ring übersiedelt. Die feierliche Eröffnung fand 1891 statt. Die verschiedenen Sammlungen - alsó die Gemáldegalerie, die »Kunstkammer«, das ist die Sammlung für Kunstgewerbe, die ágyptischen und die griechisch-römischen Antiken, das numismatische Kabinett,...
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Vorwort Auf BeschluB Kaiser Franz Josephs wurden in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts die Kunstsammlungen der Habsburger, die sich bis dahin in mehreren Schlössern und Palais in Wien befunden hatten, in das von Semper und Hasenauer erbaute »Kaiserlich-Königliche Hofmuseum« am Ring übersiedelt. Die feierliche Eröffnung fand 1891 statt. Die verschiedenen Sammlungen - alsó die Gemáldegalerie, die »Kunstkammer«, das ist die Sammlung für Kunstgewerbe, die ágyptischen und die griechisch-römischen Antiken, das numismatische Kabinett, aber auch die kaiserliche »Rüstkammer« und die Jagdwaffen, zusammengefaBt als Sammlung historischer Waffen, trafen in diesem groBen, palastartigen Gebáude zusammen. In dieser, trotz der Weitláufígkeit des Hauses doch einigermaBen gedrángten Aufstellung trat wohl gerade deshalb das Charakteristikum der kaiserlichen Sammlungen deutlieh zu Tage, námlich ihre Entstehungszeit. Ihre wesentlichsten Bestánde stammen aus dem 16. und 17.Jahrhundert - abgesehen von einem kleinen, aber höchst bedeutenden spátgotischen Bestand. Die Entstehungszeit prágte die Sammlungen des Kaiserhauses, und trotz spáterer ráumlicher Ausdehnung und mancher Ergánzungen und Veránderungen werden sie auch heute noch davon geprágt. Es ist deutlieh zu erkennen, daL sie keineswegs nach kunsthistorischen Gesichtspunkten zustande gekommen sind, sondern im wesentliehen einem auf die Casa de Austria bezogenen Geschichtsverstándnis und SelbstbewuBtsein sowie dem Kunstverstándnis einiger Mitglieder dieses Hauses zu danken sind: Das sind Erzherzog Ferdinánd II. (1529-1595), Kaiser Rudolf II. (1552-1612) und Erzherzog Leopold Wilhelm (1614-1662). Die Umbenennung des »Hofmuseums« nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ( 1918), d. h. nach dem Ende der Monarchie, in »Kunsthistorisches Museum« kann deshalb nur als miBglückt und irreführend bezeichnet werden. Denn im 16. und 17. Jahrhundert sammelte man eben nicht nach kunsthistorischen, alsó wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Solche kamen erst im spáteren 19. Jahrhundert auf. Freilich können die im Kunsthistorischen Museum gezeigten Kunstwerke wegen ihrer Reichhaltigkeit auf weite Strecken die Geschichte der Kunst illustrieren, aber nicht auf allén. So sind Beispiele des Ducento oder Trecento nur spárlich vorhanden. Dennoch ist die gewáhlte Bezeichnung »Kunsthistorisches Museum« auch wieder charakteristisch. Sie erinnert námlich daran, daB gerade Wien einer der Ursprungsorte der neuen Wissenschaft der Kunstgeschichte war. Die Namen Wickhoff, Riegl, Dvorak, Schlosser sind dafiir beredte Zeugen. Es láBt sich verstehen, daB diese neue Wissenschaft dazu drángte, den ungeheuren kaiserlichen Kunstbesitz, der ihr zur Verfügung stand, zu klassifizieren und ihm schlieBlich den entsprechenden, wenn auch nicht sein Wesen treffenden Namen zu geben. AbschlieBend und resümierend könnte man aber sagen, daB ein solcher Kunstbestand, der zu den gröBten der Welt überhaupt gehört, wohl nach verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet wrerden kann und darf. Für den Besucher des Museums soll aber vor allém der jenige gelten, der aus der Inschrift auf der Fassade des Kunsthistorischen Museums zu Tage tritt. Dort steht námlich in goldenen Lettem: »Den Denkmálern der Kunst und des Alterthums - Kaiser Franz Joseph I. MDCCCLXXXI«. Das aber besagt, daB letzten Endes weder Provenienz noch Absicht der Sammler noch kunstwissenschaftliche Gesichtspunkte maBgebend sind, sondern alléin das Kunstwerk. Friderike Klauner

Termékadatok

Cím: Das Kunsthistorische Museum in Wien und seine Sammlungen [antikvár]
Szerző: Bruno Thomas , Gabriele Hammel Kurt Wegerer
Kiadó: Verlag Kremayr & Scheriau
Kötés: Varrott keménykötés
ISBN: 3218003636
Méret: 240 mm x 320 mm
Bruno Thomas művei
Gabriele Hammel művei
Kurt Wegerer művei
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