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EINFUHRUNG
Das Land Jesu, allgemein besser beliannt unter der Bezeichnung Heiliges Land, nimmt faktisch eine absolut herausragende Stellung im geographischen Herzen des israelischen Staates ein. Diese natürliche und geschichtliche Region des Nahen Ostens, die am Südostufer des Mittelmeers liegt, grenzt im Norden an den Libanon, im Osten an Syrien und Jordanien und im Süden an die Wüstengebiete des Sinai. Obwohl hier schon immer die Völker aufeinandertrafen und sich miteinander maßen, sind die heiligen Stätten heute, an der Schwelle des 21. Jahrhunderts, weit von einer Dimension der friedlichen und glücklichen Eintracht entfernt, die doch so viel angemessener wäre für ein Gebiet, das seit Jahrtausenden als Scharnier für die kulturellen Einflüsse und Handelsbeziehungen zwischen dem europäischen, dem asiatischen und dem afrikanischen Kontinent fungiert.
Unter dem geographischen Gesichtspunkt sind mindestens vier klar voneinander unterscheidbare, morphologische Einheiten auszumachen: die Küstenebenen längs der Mittelmeerküste; die Bergregion östlich der ebenen Gebiete, vom Hügelland Galiläas und Samarías bis Ju-däa; das weithin unfruchtbare Wüstengebiet, das vom Bezirk Beersheba bis zum Golf von Eilat reicht, und die Gegend der tief eingegrabenen Täler in der Bergregion, die sich nach Osten öffnen (Rift-Tal). Die Landschaft des Heiligen Landes ist eine der suggestivsten und interessantesten; wenn auch von krassen Gegensätzen geprägt, ist sie doch so durchdrungen von einem kräftigen, sonnigen Licht, das die Farben und die Nuancen dieses Landes unterstreicht, das den rauhen, kahlen, felsigen und trockenen Bergen Züge von außergewöhnlicher Faszination verleiht, ebenso wie den blühenden grünen Oasen, den Plantagen und Feldern, den großen blauen Seen, den
palmenbestandenen Küsten und sogar den Wüstengebieten. An diesem Hintergrund starker Gefühlsverbundenheit hat auch der religiöse Aspekt seinen Anteil, der aus diesem Teil des Nahen Ostens einen wesentlichen Kreuzweg macht, wo einige der monotheistischen Weltreligionen wie Christentum, Judentum und Islam aufeinandertreffen, die neben einem gemeinsamen religiösen Ursprung auch außergewöhnliche und unvorstellbare Übereinstimmungen aufweisen. Das Heilige Land ist in der Tat der Schauplatz des Lebens, des Handelns, der Predigten, der Wunder und des Opfertods Jesu, doch es ist auch das Land der großen Erzählung des Alten Testaments, geschichtliches Vermächtnis und Glaubensbekenntnis einer ganzen Nation, sowie Schauplatz der mystischen Himmelfahrt Mohammeds. Das Land Jesu, die ungewöhnlichen Zeugnisse der Vergangenheit, die großen archäologischen Reste, die beeindruckenden Erscheinungsformen einer mannigfaltigen, eklektischen Architektur, die Glaubensfermente und die Kultstätten stellen für die Menschen unserer Zeit eine Herausforderung zum Nachdenken dar. Und während der düstere Widerschein eines nie beendeten Krieges weiter sein Licht auf die Schauplätze des Heiligen Landes wirft und damit die Erinnerung an vergangene Opfer wachhält, von denen erstmals die Bibel selbst erzählt, fragen sich die zahlreichert Pilger, die aus den entferntesten Orten der Welt hierherkommen, nach dem Sinn der universellen Botschaft des Friedens, des Glaubens und der Hoffnung, die aus diesem Teil der Erde kommt. Ein Besuch Israels wird sich daher zwangsläufig in eine Art Pilgerreise durch das Heilige Land verwandeln, das den wesentlichen Kern dieses Staats ausmacht und in der Tat eine sehr große Gebietsoberfläche einnimmt.
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