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Erstes KapitelKINDHEITVon Neufchäteau nach Vaucouleurs fließt die Maas leichtund klar zwischen niederem Buschwerk von Weiden, Erlenund Pappeln dahin. Zuweilen gefällt sie sich in unvorher-gesehenen Krümmungen, zuweilen in weiten Umwegen; sotrennt und vereint sie unaufhörlich die bläulichgrünen Adernihrer Gewässer, die sich manchmal plötzlich unter der Erdeverlieren. Im Sommer ist sie nur ein lässiger Bach, der imVorübergleiten das Schilf des kaum gehöhlten Flußbettesniederbeugt; nähert man sich aber dem Ufer, gewahrt man,daß der Flußlauf, durch Ginsterinselchen aufgehalten, mitseinem Schillern kaum ein wenig Sand und Moos bedeckt.Aber zur Regenzeit, angeschwollen durch einbrechende Sturz-bäche und schwerer und reißender im Hinfließen, tränkt erdie Erde rings mit Tau, der da und dort über den Wiesen inhellen Schwaden wieder aufsteigt.Dieses Tal erstreckt sich gleichförmig ein bis anderthalbMeilen zwischen niederen, gerundeten Hügeln, die Eichen,Buchen und Ahorn krönen. Wohl steht es im Frühling inBlüte, sieht aber doch meist ernst und strenge, ja zuweilentraurig aus. Gras kleidet es in Einförmigkeit, die an schlafendeWasser gemahnt. Selbst an schönen Tagen fühlt man sichvon rauhem und kaltem Klima bedroht. Milder als die Erde