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Ungvári Tamás könyvtárából.
Gerhard Szczesny war ein deutscher Philosoph, Publizist und Journalist. Szczesny studierte Philosophie, Literaturgeschichte und Publizistik in Königsberg, Berlin und München. 1940 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Von 1941 bis 1945 nahm er als Soldat (Ostfront) am Zweiten Weltkrieg teil. Von 1947 bis 1961 war Szczesny als Redakteur beim Bayerischen Rundfunk beschäftigt. Zunächst war er Leiter des Nachtstudios, dann des Sonderprogramms. In dieser Zeit hatte Szczesny Kontakt zur Föderation freiheitlicher Sozialisten. Insbesondere wollte er die Ausführungen von Rudolf Rocker aus der Publikation „Zur Betrachtung der Lage in Deutschland“ dem Rundfunk-Publikum zugänglich machen. Mit der Streitschrift Die Zukunft des Unglaubens. Zeitgemäße Betrachtungen eines Nichtchristen (1958) protestierte er gegen die Lage der Nichtchristen in einer christlich dominierten Gesellschaft. 1961 begründete er zusammen mit Fritz Bauer und Erwin Fischer die Humanistische Union in München, deren Vorsitz er von 1961 bis 1968 ausübte. Von 1962 bis 1968 leitete er den von ihm gegründeten Gerhard Szczesny Verlag, in dem er neben zahlreichen anderen Publikationen (Bertrand Russell, Warum ich kein Christ bin) die Zeitschrift „Club Voltaire – Jahrbuch für kritische Aufklärung“ veröffentlichte. Darin schrieben so gegensätzliche Autoren wie Agnes Heller, Karl Steinbuch, Wolfgang Abendroth, Ernst Topitsch, Günter Grass, Hans Albert oder Alexander Mitscherlich. Der Verlag scheiterte finanziell. In den 1980ern trat er aus der SPD wie aus der Humanistischen Union aus und näherte sich der Katholischen Integrierten Gemeinde an. Der Nachlass seiner beruflichen, publizistischen und gesellschaftspolitischen Tätigkeit befindet sich im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) in München.