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VORWORT
Romain Rolland hat das Leben dreier großer Männer be-fchrieben: Beethovens, Michelangelos und Tolftois. Dreier Kämpfer — getrennt durch Jahrhunderte — gegen ihre Zeit und ihre Welt. Jedesmal ftellte er fich die Aufgabe, den Leidensweg eines Genies zu zeichnen. Seine Ausfchweifungen, fein Fieber, feine Ermattungen, feine Arbeitswut, feine Ge-nüffe, feine Einfamkeit, fein Zärtlichkeitsbedürfnis, feine Melancholie, feine Qualen, feine Siege und fein Ende. Rollands Lebensbefchreibungen find keine Biographien im üblichen Sinne diefes Wortes. Es find von einer fehr menfchlichen Bildnerhand geformte Statuen. Keine Götzenbilder. Keine feelifchen Athleten. Vielmehr Menfchen mit höchftgefteigerter Senfibi-lität. Ihr Heldentum wurzelt in ihrer reichen Menichlichkeit und in dem unabweisbaren Trieb, die Gegenfätze, die fich daraus zu ihrer Umwelt ergeben, mit der nur großen Menfchen eigentümlichen Leidenfchaft durch Symbole zu verfinn-lichen. Die heldifche Lüge, fagt Rolland, ift eine Feigheit. Es gibt nur ein Heldentum auf der Welt: die Welt zu fehen, wie fte ift — und fie zu lieben. Rollands HeldenbegrifF hat eine überrafchendeVerwandtfchaft mit dem Heinrichs von Kleift. Amor fati. Sich bekennen zu dem, was man ift. Nichts anderes haben wollen. Das Notwendige nicht bloß ertragen, noch weniger verhehlen, fondern es — lieben! So inbrünftiglich lieben, daß man es wagen kann, fein Leben mit allen Abgründen, mit allen Fragwürdigkeiten und mit allen Ermattungen zu geftalten. Und er wertet den Künftler danach, wie groß fein
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