Bővebb ismertető
Vorwort des AutorsAnfang der siebziger Jahre fragte mich in Budapest ein Freund, ob ich das Lied vom traurigen Sonntag kenne. !J-Ich hätte es ihm sofort und mit inniger Anteilnahme vor-/singen können. Meine Eltern in Berlin hatten unter ihren Schellackplatten eine mit dem Piano-Solo dieses Komponi-sten. Als Zwölfjährigen hatte mich die Schw^ermut der Melodie gerührt, die dunkle Melancholie fasziniert, ohne daß ich auch nur das mindeste verstand.Das Restaurant gebe es hier noch, sagte der Freund. í Auch das Piano, auf dem das Lied entstand, sei noch É da.^Mittags w^ar keine Tischreservierung nötig. Das interes-santeste Gericht auf der Speisekarte war Rollfleisch. Ein länglicher Raum, ein Piano auf einem Podest, ein Hinterhof mit Umläufen, spielende Kinder an Mülltonnen. Abends wurden dem Pianisten von ausländischen Besuchern grüne Dollarnoten gereicht, dann spielte er Szomorú vasárnap.Budapest, Ungarn, das Land der sinnlichen Lust am Leben, den Genüssen zugetan, an denen der Wert des Lebens gemessen wird. Musik von den Zigeunern bis Bartók, von Pál Esterházy bis zur Renaissance; Genüsse, die von den Weinbergen kommen, aus den Küchen der Hausfrauen und der großen Kochmeister, von Hirtenfeuern, Fischerkaten; Lebenslust bis hin zur Lust an der List.Und dann, wenige Monate vor Kriegsende, besetzten die deutschen Waffenbrüder das Land. Eichmann errichtete in Budapest sein Hauptquartier. Seine Leute sorgten fast täglich für prallvolle Züge Richtung Polen - aber auch da-